Wegen grassierender Seuche: Preise für Weihnachtsbraten steigen

Ein festliches Weihnachtsessen. Im Vordergrund ein weißer Teller mit Geflügel, Rotkohl, Apfel und zwei Knödeln. Daneben Besteck auf einer roten Stoffserviette. Ein Glas Rotwein und festliche Dekoration auf dem Tisch. Es gibt für viele inzwischen eine Ausnahme zu Weihnachten.
Symbolbild © istockphoto/AlexRaths

Für viele Familien in Deutschland gehört ein klassisches Festessen zu Weihnachten. Bei zahlreichen Haushalten steht traditionell eine Gans im Mittelpunkt. Dieses Jahr steigen allerdings die Preise auf den Weihnachtsbraten.

Der Braten gilt an Weihnachten als Tradition. Ob regional vom Hof oder aus dem Supermarkt: Die Nachfrage nach Gänsen steigt jedes Jahr in der Adventszeit deutlich an. Viele Verbraucher planen das Menü frühzeitig, da das Geflügel mit Beilagen als hochwertiges und besonderes Gericht gilt.

Vogelgrippe trifft Deutschland und sorgt für Verluste

In diesem Jahr könnte es für einige Haushalte schwieriger werden, den gewohnten Weihnachtsbraten wie geplant auf den Tisch zu bringen. Der Grund liegt in der Ausbreitung der Vogelgrippe, die Geflügelhalter bundesweit stark getroffen hat. Landwirtschaftsbetriebe mussten zahlreiche Tiere keulen, nachdem Infektionen nachgewiesen wurden oder ein Verdacht bestand. Viele Bestände wurden vorsorglich geräumt, um weitere Ausbrüche zu verhindern. Besonders kleinere Höfe kämpfen mit erheblichen Verlusten. Die Seuche sorgt damit nicht nur für wirtschaftliche Schäden, sondern auch für Verunsicherung bei Konsumenten und Händlern.

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Wird teuer: Preise für Weihnachtsbraten steigen

Für die Gänsehalter in Niedersachsen ist die aktuelle Saison eine außergewöhnliche Belastungsprobe. Während die Nachfrage kurz vor Weihnachten traditionell ihren Höhepunkt erreicht, breitet sich das Vogelgrippevirus weiter aus. Viele Betriebe haben mit zusätzlichen Kontrollen, strengeren Auflagen und der Sorge um ihre Bestände zu kämpfen. Für manche Hofbetreiber steht dabei nicht weniger als die wirtschaftliche Stabilität des gesamten Jahres auf dem Spiel.

Trotz dieser schwierigen Ausgangslage rechnet die niedersächsische Geflügelwirtschaft nicht mit einem Einbruch des Angebots. Zahlreiche Betriebe haben ihren Bestand frühzeitig geschlachtet und tiefgefroren, um mögliche Ausfälle abzufedern. Hinzu kommt, dass der Großteil der Weihnachtsgänse inzwischen aus dem europäischen Ausland importiert wird. Für Käufer hat die angespannte Versorgungslage aber dennoch spürbare Folgen: Die Preise dürften um rund zehn Prozent steigen. Engpässe im Handel erwartet die Branche hingegen nicht. Wer rechtzeitig einkauft, sollte auch in diesem Jahr eine Gans für das Fest bekommen.

(Quellen: Fraunhofer-Institut, dpa, Verbraucherschutz)