Wegen Klimawandel: Tropenkrankheiten breiten sich jetzt noch aus

Mehrere vergrößerte Virenpartikel schweben vor einem dunklen Hintergrund, umgeben von feinen Lichtreflexen und schwebenden Partikeln, die Ansteckung bei einem Virus symbolisieren. Mit Hilfe einer rötlichen Einfärbung wurden die Zellen unter einem Mikroskop sichtbar gemacht.
Symbolbild © istockphoto/koto_feja

Forscher haben herausgefunden, dass gefährliche Tropenkrankheiten durch den Klimawandel auch in unseren Breitengraden zunehmend leichteres Spiel haben. Die steigenden Temperaturen begünstigen die Verbreitung nicht heimischer Überträger.

In den letzten Jahren gab es immer häufiger Meldungen von unterschiedlichen Tropenkrankheiten, die in Europa eigentlich nicht vorkommen. Nun haben Forscher entdeckt, was dies begünstigt.

Tropenkrankheiten: Fremdländische Bedrohung ganz nah

Mittlerweile ist die Gefahr, sich auch hierzulande mit einer Tropenkrankheit zu infizieren, real. Hörte oder las man früher von Malaria-Ausbrüchen oder Dengue-Fieber, bezogen sich die Meldungen hauptsächlich auf afrikanische, südamerikanische oder südostasiatische Länder. Nie mussten sich die Menschen in den nördlichen Breitengraden sorgen, selbst an einer dieser gefährlichen Erkrankungen zu leiden – es sei denn, man hatte vor, eines der betroffenen Länder zu besuchen. Ansonsten war die Gefahr weit weg.

Während es bis vor einigen Jahren nur vereinzelt Meldungen über Reisende gab, die sich bei einem Besuch in einem der Risikoländer infiziert haben, sehen die Schlagzeilen inzwischen anders aus. Erst im vergangenen Jahr häuften sich Infektionen mit dem West-Nil-Virus in Deutschland. Unweit der Bundesrepublik unter anderem in Frankreich, Italien oder Spanien traten vermehrt Fälle von Chikungunya-Fieber, Dengue-Fieber oder Zika-Virusinfektionen auf. Auffällig: Die Betroffenen haben sich vor Ort angesteckt, nicht während einer Reise in ein Tropenland.

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Gründe für die Ausbreitung der Tropenkrankheiten

Über den Flugverkehr oder den Import tropischer Waren gelangen immer wieder dort heimische Tiere in hiesige Gefilde, so auch die Mücken. Sei es die Gelbfiebermücke, die Asiatische Tigermücke oder (zumindest den West-Nil-Virus betreffend) auch die heimische Culex-Mücke – sie gelten als Hauptüberträger. Da die Winter in den letzten Jahren aufgrund des Klimawandels immer milder geworden sind, haben sogar die Exoten unter den Stechmücken gute Überlebenschancen, auch wenn sie weit von ihrem eigentlichen Lebensraum entfernt sind. Das begünstigt natürlich auch die Vermehrung der winzigen Tiere.

Und nicht nur das! Je höher die Temperaturen, desto besser kann sich auch ein Virus oder Bakterium vermehren. Dadurch erhöht sich auch die Effektivität der Erkrankung. Experten raten inzwischen dazu, selbst bei zunächst unscheinbaren Symptomen wie Fieber auf Tropenkrankheiten testen zu lassen. Wenn diese auch noch mit starken Gelenkschmerzen, Lähmungserscheinungen oder anderen neurologischen Beschwerden einhergehen, ist die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung hoch.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Universitätsklinikum Augsburg)