Wehrdienst: Generation Z verliert langsam Vertrauen in die Politik

Vor dem Reichstagsgebäude in Berlin versammeln sich viele Menschen, während vor dem Gebäude Bauarbeiten stattfinden; die gläserne Kuppel glänzt über dem Portal.
Symbolbild © imago/Mike Schmidt

Die Wehrpflicht ist ein strittiges Thema. Während einige sie aus
Sicherheitsgründen und zur besseren Verteidigung befürworten, steht insbesondere die jüngere Generation ihr kritisch gegenüber. Dabei wird immer deutlicher: Die Generation Z verliert zunehmend das Vertrauen in die Politik.

Die Sicherheitslage weltweit verschärft sich zunehmend. In Deutschland diskutiert die Politik über eine Wiedereinführung der Wehrpflicht. Nun scheint die Generation Z das Vertrauen in die Politik zu verlieren.

Globale Unsicherheit: So steht es um die Wehrpflicht in Deutschland

Die Debatte um die Neugestaltung des Wehrdienstes sorgt weiterhin für hitzige Diskussionen innerhalb der Regierungskoalition. Die Kernfrage ist, ob eine freiwillige Teilnahme am Wehrdienst ausreicht, um die angestrebte Truppenstärke der Bundeswehr von 260.000 aktiven Soldaten und 200.000 Reservisten zu erreichen. Umstritten ist außerdem die Einführung von Maßnahmen wie einem Losverfahren oder einer flächendeckenden Musterung.

Obwohl die Bundesregierung bereits einen Gesetzentwurf für ein neues Modell eingebrachte, stößt dieser sowohl bei den Koalitionsfraktionen als auch in der Opposition auf unterschiedliche Meinungen. Einigkeit besteht darüber, die Bundeswehr attraktiver zu gestalten, um mehr Interessierte zu gewinnen. Trotzdem bleiben viele Detailfragen offen, da der entworfene Plan bei einigen politischen Gruppen nicht den erhofften Konsens erzielte. Die Umsetzung des Gesetzes, das ab dem 1. Januar gelten soll, wird wahrscheinlich durch weitere Verhandlungen beeinflusst werden.

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Generation Z verliert Vertrauen: Das werfen Vertreter der Regierung vor

Die Wehrpflicht in Deutschland ist seit 2011 ausgesetzt, nachdem sie jahrzehntelang ein zentrales Element der deutschen Sicherheitspolitik war. Seit der Gründung der Bundeswehr 1955 leisteten männliche Bürger ab ihrem 18. Lebensjahr in der Regel sechs bis neun Monate Wehrdienst. Dabei konnten sie alternativ auch einen Zivildienst anstelle des Militärdienstes absolvieren.

Vertreter der GenZ kritisieren nun, dass sie als junge Menschen in Deutschland bei politischen Entscheidungen kaum berücksichtigt werden, obwohl sie zunehmend Verantwortung für gesellschaftliche Aufgaben übernehmen. Einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zufolge fühlen sich fast drei Viertel der jungen Menschen in Deutschland „politisch kaum gehört“. Besonders die Wehrdienst-Debatte soll das Ungleichgewicht zwischen den Generationen zeigen, da Entscheidungen meist ältere Generationen treffen. Die mangelnde Beteiligung empfinden viele junge Menschen als Ungerechtigkeit.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Bertelsmann-Stiftung, DAK-
Gesundheit, Deutsches Jugendinstitut, Interview)