
Weihnachtsgeld soll eigentlich Freude bringen – doch das Finanzamt kassiert kräftig mit. Warum vom Extra-Bonus oft nur ein magerer Rest bleibt und welche Tricks es dagegen gibt.
Weihnachtsgeld – für viele die schönste Überraschung zum Jahresende. Doch der Jubel währt oft nur kurz: Das Finanzamt greift gnadenlos zu.
Warum vom Weihnachtsgeld so wenig übrig bleibt
Zum Jahresende heißt es für viele Beschäftigte: Kasse machen! In vielen Betrieben landet im November oder Dezember ein Extra-Bonus auf dem Konto. Das sogenannte Weihnachtsgeld soll die festliche Stimmung anheizen – doch wer den Kontostand nach der Auszahlung prüft, erlebt nicht selten die kalte Dusche.
Was viele nicht wissen: Weihnachtsgeld zählt steuerlich nicht als normales Gehalt, sondern als sogenannter sonstiger Bezug. Und genau dieser kleine juristische Kniff sorgt dafür, dass beim Abrechnen die Steuerlast kräftig anzieht. Statt nach dem üblichen Monatssatz zu versteuern, wird der voraussichtliche Jahresarbeitslohn berechnet. Einmal mit und einmal ohne Sonderzahlung. Aus der Differenz ergibt sich die Steuer für das Weihnachtsgeld. Klingt kompliziert, sorgt aber in der Praxis für lange Gesichter: Denn das Extra kann den persönlichen Steuersatz nach oben treiben. Mit Lohnsteuer, Sozialabgaben und gegebenenfalls Kirchensteuer bleibt netto oft nur ein magerer Rest.
Schlupflöcher und bittere Urteile
Ganz verloren ist das Weihnachtsgeld allerdings nicht. Arbeitgeber können es zum Beispiel in Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge umwandeln – steuerfrei. Auch Sachzuwendungen wie ein Notebook oder Tablet sind möglich. In diesem Fall zahlt der Chef meist eine Pauschalsteuer und die Beschäftigten behalten netto mehr.
Doch es gibt auch Schattenseiten: Das Arbeitsgericht Offenbach entschied jüngst, dass Firmen das Weihnachtsgeld kürzen dürfen – etwa wenn Mitarbeiter gestreikt haben. Im verhandelten Fall wurde pro Streiktag ein Sechzigstel der Sonderzahlung gestrichen. Grundlage: eine Betriebsvereinbarung, die Kürzungen bei jeglicher Fehlzeit vorsieht. Und auch der große Trend ist ernüchternd: Zwar haben laut einer aktuellen Studie 87 Prozent der Arbeitnehmer schon einmal eine Sonderleistung wie Weihnachtsgeld erhalten. Doch im laufenden Jahr sind es nur noch 75 Prozent – und jeder Vierte geht komplett leer aus. Fest steht: Das Weihnachtsgeld ist längst kein Selbstläufer mehr. Für viele wird aus dem ersehnten Festbonus ein bitterer Frustmoment.














