Weihnachtsmarkt in Deutschland spekuliert auf Tassen-Diebstähle

Die Hand eines nicht erkennbaren Mannes hält eine Tasse Glühwein in die Kamera. Die Tasse ist ein typischer Becher für einen Weihnachtsmarkt. Im Hintergrund sieht man viele Menschen, die den Weihnachtsmarkt besuchen und an den verschiedenen Ständen stehen.
Symbolbild © imago/Bihlmayerfotografie

Ein Weihnachtsmarkt in Deutschland spekuliert darauf, dass Besucher ihre Tassen mitgehen lassen. Doch während Diebstahl in anderen Bereichen Probleme bereitet, scheint das hier ganz anders zu sein. Und das aus einem guten Grund.

Die Weihnachtszeit ist da, und damit auch die zahlreichen Weihnachtsmärkte in Deutschland. Einer von diesen spekuliert jetzt tatsächlich auf den Diebstahl von Tassen – und ist darüber nicht mal verärgert.

Spekulation auf Diebstähle der Tassen

Wer regelmäßig auf dem Weihnachtsmarkt in Deutschland unterwegs ist, der weiß: Hier und da lassen die Menschen gern mal eine Tasse mitgehen. Sei es als Erinnerung an einen schönen Nachmittag oder Abend oder einfach, weil einem die Tasse gefällt. Erlaubt ist das natürlich eigentlich nicht. Denn dabei handelt es sich um Diebstahl. Aus diesem Grund gibt es auf die Tassen mit Glühwein, Eierpunsch und Co. auch einen sogenannten Tassenpfand. Diesen bekommt man erst zurück, wenn man die leere Tasse auch wieder am Stand abgibt. Nun überrascht aber ein Weihnachtsmarkt in Deutschland mit der Aussage, dass man bereits auf derartige Tassen-Diebstähle spekuliere.

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Wer in Nürnberg auf dem Weihnachtsmarkt unterwegs ist, kann sich sicher sein: Die Menschen hier freuen sich über den Diebstahl. Denn tatsächlich ist der Tassenpfand bereits so angesetzt, dass man auch den Diebstahl mit einkalkuliert. Lässt man die Tasse auf diesem Weihnachtsmarkt in Deutschland mitgehen, dann bleibt das Pfandgeld natürlich beim entsprechenden Anbieter – und genau hier entsteht der wirtschaftliche Gewinn. Denn es ist so gerechnet, dass jeder nicht zurückgegebene Becher quasi ein kleiner Verkauf ist. Die Produktionskosten sind geringer als das Pfand selbst – sodass es durch den Diebstahl zu echten Einnahmen kommt.

Experten warnen: Rechtliche Konsequenzen möglich

Auch andere Weihnachtsmärkte in Deutschland gehen ähnlich vor und kalkulieren den Diebstahl ebenfalls ein. Einige Weihnachtsmärkte rechnen sogar damit, dass knapp 80 Prozent der Tassen nicht mehr zurück an den Stand kommen. Rechtlich erlaubt ist das natürlich eigentlich nicht. Sollte man die Tasse klauen, so könnte der Standbesitzer entsprechend Strafanzeige erstatten. Allerdings tut er das – aus oben genannten Gründen – wohl nur in den allerwenigsten Fällen.

(Quellen: MDR, Bayern3, Correctiv)