Weitere Traditionsmarke insolvent – „In fast jedem Schlafzimmer“

In einem großen Einrichtungshaus steht im Vordergrund ein Doppelbett, das stilvoll dekoriert ist. Auf dem Bett liegen verschiedene Kisten sowie eine Farbpalette von Stoffen. Im Hintergrund sieht man weitere Möbel wie Schränke.
Symbolbild © istockphopto/South_agency

Die Pleitewelle rollt weiterhin unaufhörlich über Deutschland hinweg und reißt eine weitere Traditionsmarke mit sich, die nun insolvent ist. Der Schock für die Mitarbeiter und Kunden ist groß.

Es ist einfach unfassbar und für viele Menschen wohl immer noch ein echter Schock: Eine weitere Traditionsmarke ist insolvent. Viele kennen sie und haben sogar Artikel der Firma bei sich zu Hause im Schlafzimmer.

Marke kämpft seit Juli ums Überleben – Mitarbeiter geben alles

Im Juli war der Gang zum Amtsgericht unvermeidbar. Das Traditionsunternehmen musste den Antrag auf Insolvenz stellen. Durch Probleme bei der Zulieferung der Schwesterfirmen an den Standorten in Belgien, den Niederlanden, Polen und Rumänien war das Unternehmen in Deutschland in Schieflage geraten. Ein weiterer Grund sind die hohen Energiekosten, die die Lage des Unternehmens noch einmal erschwert haben. In Folge des Verfahrens haben sich alle Beteiligten um einen Käufer bemüht, da das Unternehmen es aus eigener Kraft nicht mehr aus der insolventen Lage herausschaffen konnte. Doch nun gibt es eine Wendung, die die Mitarbeiter traurig stimmt.

Ein harter Tag für die Traditionsmarke: Zukunft der Mitarbeiter unsicher

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Bis zum Schluss haben die 171 Mitarbeiter alles gegeben – auch wenn nun zum Entsetzen aller feststeht, dass dies nichts genutzt hat. Die Arbeiter der bekannten Schlafzimmer-Firma Schlaraffia werden bald ihren Job verlieren. Trotz aller möglichen Pläne und Maßnahmen hat die Traditionsfirma es nicht geschafft, noch einmal mit einem blauen Auge davonzukommen. Für die Produktionsstandorte hat man keinen Käufer gefunden. Zu alt sei der Maschinenpark und auch die Logistik sei technisch vollkommen überholt.

Der neue Eigentümer, die EuroComfort Group aus Bocholt, wird deshalb das Matratzenwerk in Bochum und die Produktionsstätte für Lattenroste in Jöhstadt in Sachsen nicht übernehmen. Einzig die Marke bleibt noch. Die EuroComfort Group will Schlaraffia so schnell wie möglich neu aufbauen und wieder auf den Markt bringen. Hierfür gebe es gute Voraussetzungen, steht in der Mitteilung. Zwar können sich die knapp 200 Mitarbeiter beim neuen Eigentümer bewerben, doch ohne die Produktionsstätte haben sie vor Ort wohl keine Chance. Dennoch werden sie durch den erzielten Kaufpreis wohl noch bis Ende des Jahres bezahlt.