Weniger arbeiten: Generation Z drängt auf die Vier-Tage-Woche

Auf dem Bild ist ein junger Mann zu sehen, der vor einem Bildschirm sitzt und genervt zur Seite blickt. Seine Arme sind verschränkt, was seine Unzufriedenheit oder Ungeduld unterstreicht.
Symbolbild © istockphoto/izusek

Während es Länder gibt, in denen mehr als 70 Stunden Arbeit pro Woche gängige Praxis sind, fordern hierzulande immer mehr Menschen die Vier-Tage-Woche. Vor allem die Generation Z wünscht sich eine bessere Work-Life-Balance.

Es ist schon seit Jahren ein umstrittenes Thema: die Arbeitszeit. Eine Fünf- oder Vier-Tage-Woche, acht Stunden Arbeit am Tag oder zehn – dabei hat jedes Modell Vor- und Nachteile.

Vier-Tage-Woche versus Fünf-Tage-Woche

Flexible Arbeitszeitmodelle gibt es immer häufiger auf dem Stellenmarkt. Und immer mehr Menschen wünschen sich eine bessere Work-Life-Balance, also mehr Zeit für Familie, Freunde und Hobbys. Bei der Vier-Tage-Woche arbeitet der Arbeitnehmer meist dennoch 40 Stunden pro Woche, dafür jedoch zehn statt acht Stunden am Tag. In einer anderen Variante fällt der fünfte Tag einfach weg, der Arbeitnehmer verzichtet dafür freiwillig auf einen Teil seines Gehalts. Studien zufolge steigert sich die Produktivität bei solch einem Arbeitsmodell um etwa 60 Prozent und die Arbeitnehmer sind seltener gestresst und krank. Fahrkosten zur Arbeit werden dadurch auch minimiert.

Doch herrscht in Deutschland Fachkräftemangel. Um dem entgegenzuwirken, schlug die Bundesregierung erst vor wenigen Wochen die 48-Stunden-Woche vor. Bei einer regulären Fünf-Tage-Woche bedeuten 48 Stunden jedoch eine tägliche Arbeitszeit von 9,6 Stunden. Will man einen Tag mehr freihaben, stehen vier Zwölf-Stunden-Tage an. In China und bei Tech-Firmen in den USA setzt man sogar auf 72-Stunden-Woche pro Woche. An sechs Tagen pro Woche ist die Arbeitszeit von 9 Uhr morgens bis 21 Uhr abends. Zahlen belegen jedoch, dass sich ebenda auch Fälle von Burnout-Patienten häufen. Auch das Unfallrisiko steigt nach acht Arbeitsstunden nicht linear, sondern exponentiell an.

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Generation Z: Weniger Arbeit, bessere Gesundheit

Die Generation Z möchte genau dies vermeiden und ein ausgeglichenes Leben führen. Zu dieser Generation zählen Menschen, die zwischen 1995 und 2010 geboren, also heute zwischen 15 und 30 Jahre alt sind. Sie fordern Arbeitszeitmodelle wie die Vier-Tage-Woche, Homeoffice und mehr Ausgleichstage. Laut einer Studie vom McKinsey Health Institute (MHI) klagt jeder fünfte Beschäftigte in Deutschland über Burnout-Symptome. Im Vergleich sind insbesondere 20- bis 24-Jährige von Burnout betroffen. Zu den Symptomen gehören unter anderem enorme Konzentrationsstörungen, Dauermüdigkeit und eine starke Ablehnung gegenüber dem Job. Im schlimmsten Fall können weitere körperliche Beschwerden hinzukommen. Kopfschmerzen bis hin zur Migräne, Magenschmerzen oder Verdauungsprobleme können ebenso durch Stress hervorgerufen oder verschlimmert werden wie Bluthochdruck.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Standard, Fast Company, AFP, Reuters, McKinsey)