„Wer darin schwimmt“: Gefährliche Keime in der Ostsee entdeckt

Ein Strand mit Strandhütten und Urlaubern an der Ost- oder Nordsee. Die Menschen erholen sich im Sand und entspannen sich am Wasser. Sie verbringen ihre Ferien am Meer.
Symbolbild © imago/Zoonar

Wieder einmal breiten sich gefährliche Keime in der Ostsee aus. Gerade jetzt, wo es für viele in den lang ersehnten Urlaub geht und die Temperaturen mitspielen, sollte sich jeder Badegast schützen. Eine Infektion kann schlimme Folgen haben.

Sonne, Strand und Hitze locken jedes Jahr Millionen Urlauber an die Ostsee. Mit den steigenden Temperaturen wächst jedoch auch die Aufmerksamkeit für ein Bakterium, das in warmem Küstenwasser vorkommen kann: Vibrio vulnificus. Für die meisten Menschen bleibt das Risiko gering, bestimmte Personengruppen sollten jedoch vorsichtig sein.

Ernsthafte Gefahr im Meereswasser: Infektion mit Folgen für Gesundheit

Das Bakterium lebt natürlicherweise in salzhaltigen und brackigen Gewässern. Es fühlt sich besonders bei höheren Wassertemperaturen wohl. Heiße Sommer können deshalb dazu führen, dass sich die Keime in Küstenbereichen stärker vermehren als gewöhnlich. Für gesunde Badegäste stellt Vibrio vulnificus in der Regel keine ernsthafte Gefahr dar. Problematisch wird es, wenn die Bakterien über offene Hautstellen in den Körper gelangen. Bereits kleine Verletzungen, Schürfwunden oder frische Narben können als Eintrittspforte dienen.

Nach einer Infektion treten zunächst häufig Rötungen, Schwellungen und Schmerzen rund um die betroffene Stelle auf. In einigen Fällen entwickeln sich die Beschwerden innerhalb kurzer Zeit deutlich weiter. Mögliche Folgen sind Fieber, starke Entzündungen und Blasenbildungen auf der Haut.

Lesen Sie auch
Konzern aus dem Ausland übernimmt deutschen Weltmarktführer

Risiko schwerer Krankheitsverläufe: Urlauber machen sich Sorgen

Besonders aufmerksam sollten Menschen mit Vorerkrankungen sein. Dazu zählen Personen mit Diabetes, Leber- oder Nierenerkrankungen sowie Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Auch ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe. Verläuft die Infektion schwer, können die Bakterien in die Blutbahn gelangen und eine lebensbedrohliche Blutvergiftung auslösen. In solchen Fällen drohen Gewebeschäden, Organversagen und eine intensivmedizinische Behandlung. In seltenen Ausnahmefällen können sogar chirurgische Eingriffe erforderlich sein, um zerstörtes Gewebe zu entfernen.

Der beste Schutz ist einfach umzusetzen. Wer offene Wunden oder frische OP-Narben hat, sollte auf das Baden in sehr warmem Meerwasser verzichten. Kleinere Verletzungen sollten demnach vor dem Gang ins Wasser sorgfältig abgedeckt werden. Nach dem Baden empfiehlt es sich, Wunden gründlich mit sauberem Wasser zu reinigen und auf mögliche Veränderungen zu achten. Wenn nach einem Aufenthalt in der Ostsee plötzlich starke Schmerzen, Schwellungen, Hautveränderungen oder Fieber auftreten, sollte rasch ärztlicher Rat eingeholt werden. Eine frühzeitige Behandlung ist entscheidend, um Komplikationen zu verhindern.

(Quellen: The Washington Post, Vanderbilt University Medical Center, University of Florida, CDC, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)