Werke stehen auf Kippe: Deutsche Kult-Firma vom Ausland gekauft

Eine Luftaufnahme einer großen Fabrik. Vor der Fabrik stehen zahlreiche Lkw, die Waren abholen. Rund um das Gebäude befinden sich zahlreiche Parkplätze mit Autos.
Symbolbild © istockphoto/jackaldu

Die Arbeiter in den Werken bangen um ihre Jobs, denn eine deutsche Kult-Firma wurde ins Ausland verkauft. Wie es nun weitergeht, ist für die Angestellten zum jetzigen Zeitpunkt noch vollkommen ungewiss.

Die jüngsten Entwicklungen markieren einen tiefgreifenden Wendepunkt in der langen Geschichte des Betriebs. Um die Hintergründe der aktuellen Krise und die Folgen für die Belegschaft zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die vergangenen Monate.

Insolvenz in Eigenverwaltung: Seit über 100 Jahren auf dem Markt – nun in Schwierigkeiten

Seit 1919 existiert die Kult-Firma in Deutschland und hat ihren Sitz in Ganderkesee. Den Namen findet man in auf so vielen Geräten in ganz Deutschland, dass man wohl kaum um diese Firma herumkommt. Insbesondere dann nicht, wenn man große Geräte benötigt. Doch schon vor Monaten deuteten sich die ersten Schwierigkeiten an, sodass das Unternehmen Anfang Februar 2026 einen Insolvenzantrag in Eigenverwaltung stellte. Der Hauptgrund: Wegen der anhaltenden Wirtschaftskrise seien auch die Aufträge in der Branche massiv zurückgegangen. Die Kunden der Kult-Firma seien inzwischen vorsichtiger, was solche Aufträge und Investitionen angeht.

Kult-Firma ins Ausland verkauft: Die Werke stehen nun auf der Kippe

Wohl kaum jemand kennt den Großgeräte-Hersteller Atlas nicht. Man findet den Namen insbesondere auf großen Baumaschinen, auf Ladekranen sowie auf Raupen- und Mobilbaggern. Die 400 Mitarbeiter an den drei Standorten Ganderkesee, Vechta und Delmenhorst arbeiteten während des Verfahrens wie gewohnt weiter. Doch nun stehen ihre Jobs in den deutschen Werken auf der Kippe und die Gewerkschaft sieht die Angestellten von einer Standortschließung bedroht.

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Denn Mitte Juni hat sich ein Käufer für die komplette Atlas-Gruppe gefunden: Der kanadische Landmaschinenhersteller Buhler Versatile hat die deutsche Kult-Firma komplett gekauft. Am 11. Juni wurde der Kauf notariell beglaubigt und ist damit offiziell erfolgt. Wie es für die 400 Mitarbeiter weitergeht, steht in den Sternen. Bislang gibt es hierzu auch noch keine Stellungnahme der beteiligten Parteien. Man wartet jedoch noch auf die behördliche Freigabe. Zudem gilt als Bedingung des Kaufs eine erfolgreich abgeschlossene Sanierung des Unternehmens. Der IG Metall zufolge heißt es im Kaufvertrag, dass ein „erheblicher Teil der Beschäftigten“ übernommen werden soll, was jedoch bedeuten könnte, dass rund 200 Menschen ihren Job verlieren würden. Bislang handelt es sich dabei jedoch lediglich um Spekulationen, da die betroffenen Parteien noch keinerlei Details mit der Öffentlichkeit geteilt haben.

(Quellen: BILD, IG Metall Oldenburg, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)