
Neue Mückenarten erreichen Europa und erhöhen das Risiko für bislang seltene Infektionen. Die WHO warnt vor einer gefährlichen Fieberkrankheit in mehreren Ländern und fordert deshalb mehr Aufmerksamkeit.
In Europa verändern sich die Bedingungen für Mücken zunehmend. In den vergangenen Jahren haben sich Arten aus anderen Regionen in verschiedenen europäischen Ländern angesiedelt und ausgebreitet. Dieser Umstand erhöht nun auch die Ansteckungsgefahr für ein gefährliches Fieber.
Neue Mückenarten erhöhen das Risiko für seltene Krankheiten in Europa
Mit der Ausbreitung neuer Mückenarten steigt die Gefahr, dass bestimmte Krankheiten häufiger auftreten. Einige Mücken können Viren übertragen, die Menschen infizieren und schwere gesundheitliche Folgen verursachen. Dazu gehören unter anderem Dengue-Fieber, Chikungunya und das West-Nil-Fieber. Während diese Erkrankungen lange Zeit vor allem mit tropischen und subtropischen Regionen verbunden waren, treten einzelne Fälle inzwischen auch innerhalb Europas auf. Gleichzeitig weisen Experten darauf hin, dass nicht jede Mücke automatisch Krankheitserreger überträgt, das Risiko durch neue Arten aber größer werden kann.
WHO warnt: West-Nil-Fieber-Fälle häufen sich in Südeuropa
Eine besondere Aufmerksamkeit gilt dem West-Nil-Fieber, das durch infizierte Mücken übertragen wird. Die Tiere nehmen das Virus vor allem bei Vögeln auf und können es anschließend an Menschen weitergeben. Viele Infektionen verlaufen ohne deutliche Beschwerden, jedoch können manche Erkrankte Fieber oder andere Symptome entwickeln. In seltenen Fällen führt die Erkrankung zu schweren Verläufen mit einer Entzündung des Nervensystems. Europa registriert seit einigen Jahren immer wieder Fälle, vor allem in Regionen mit geeigneten Bedingungen für Mücken. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beobachtet aktuell eine Zunahme von West-Nil-Fieber-Erkrankungen in Teilen Südeuropas und fordert die Bevölkerung deshalb zu erhöhter Vorsicht auf.
Besonders Griechenland und Italien melden derzeit mehr Infektionen durch das Mückenvirus. Nach Angaben der WHO steht die Saison für die Erkrankungen jedoch erst am Anfang. Griechenland verzeichnete zuletzt 14 neue bestätigte Fälle, wodurch die Zahl der Erkrankungen seit Jahresbeginn auf 21 stieg. 13 Betroffene mussten im Krankenhaus behandelt werden, drei von ihnen lagen auf Intensivstationen. Italien meldete 21 Fälle in verschiedenen Regionen. Auch Spanien, Rumänien und Nordmazedonien registrierten einzelne Erkrankungen. Das Auswärtige Amt weist Reisende deshalb auf die Bedeutung eines guten Mückenschutzes in betroffenen Gebieten hin.
(Quellen: WHO, ECDC, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














