Wildtiere erobern deutsche Städte – „Plage breitet sich rasant aus“

Ein dunkler Waldweg mit einigen beleuchteten Bäumen. Das Bild ist sehr dunkel, nur die Bäume und Gebüsche in der ersten Reihe sind sichtbar.
Symbolbild © istockphoto/Ashley_Hampson

Diese Wildtiere sind in vielen deutschen Städten anzutreffen, denn sie verbreiten sich rasend schnell. Während die Plage sich weiter ausdehnt, versuchen die Städte, eine weitere Ausbreitung dieser Art zu verhindern.

Bestimmte Wildtiere erobern aktuell verstärkt die deutschen Städte. Sie werden bereits als Plage bezeichnet und verschiedene Städte kämpfen gegen die unaufhaltsame Flut der Eindringlinge an.

Zunehmend mehr Wildtiere in deutschen Städten

Waschbären haben schnell die Herzen von Tierfreunden gewonnen. Doch hinter ihrem niedlichen Äußeren verbirgt sich eine Plage, die Städte und Gemeinden alarmiert. Die Zahl der Kleinbären wächst rasant: In Kassel leben auf einem Hektar etwa 100 Waschbären, während in anderen Städten höchstens vier Tiere pro Hektar gezählt werden.

Ein virales TikTok-Video zeigt mehr als zwanzig Waschbären, die nachts ungestört durch Kassels Straßen ziehen. Erst als sie von Scheinwerfern aufgeschreckt werden, suchen sie Schutz unter parkenden Autos. Dieses Bild verdeutlicht das Ausmaß des Problems, das nicht nur Kassel betrifft. Auch in Brandenburg, Niedersachsen, Hessen und Rheinland-Pfalz breiten sich die Waschbären schnell aus. Schätzungen zufolge gibt es mittlerweile über eine Million dieser Tiere in Deutschland. Der Ursprung der Waschbärenplage liegt in Hessen. 1934 wurden am Edersee zwei Waschbärenpaare freigelassen, um die Fauna zu bereichern. Weitere Tiere entkamen während des Zweiten Weltkriegs aus einer Pelztierfarm in Brandenburg, als eine Bombe einschlug. Seitdem haben sich die anpassungsfähigen Tiere ungehindert vermehrt, da sie in Europa kaum natürliche Feinde haben.

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Die hohe Wildtierpopulation bringt Gefahren mit sich

Die EU stuft Waschbären als eingewanderte Art ein, die heimische Tierarten gefährdet. Die Kleinbären plündern Vogelnester, fressen bedrohte Amphibien und verbreiten Krankheiten. Trotz intensiver Bejagung bleibt ihre Population stabil. In Niedersachsen wurden 2022 über 23.000 Waschbären erlegt, dennoch verschärft sich das Problem weiter. Kassel bietet mittlerweile einen Service mit Lebendfallen an, um die Tiere zu fangen und umzusiedeln. Die Situation bleibt angespannt. Während einige die niedlichen Eindringlinge als harmlose Stadtbewohner ansehen, betrachten Experten sie als ernsthafte Bedrohung für die heimische Biodiversität. Das Waschbärenproblem wird Deutschland voraussichtlich noch lange beschäftigen.