Wolf im Südwesten gesichtet: „Naturschützer“ ergreifen fragwürdige Gegenmaßnahmen

Symbolbild

Karlsruhe-Insider / Michelfeld (dpa/lsw) – Zum Schutz vor möglichen Wolf-Attacken werben Naturschützer für frühe und ausreichende Investitionen in Weidezäune und Hunde.


Es sei zwar in Baden-Württemberg bislang erst ein einziger dauerhaft ansässiger Wolf nachgewiesen worden. Dennoch seien die investierten Mittel in den Schutz von Schafen und anderen Weidetierherden gut angelegtes Geld, sagte der Nabu-Landesvorsitzende Johannes Enssle im Vorfeld der zweiten baden-württembergischen Zertifizierungsprüfungen für Herdenschutzhunde in Michelfeld (Kreis Schwäbisch Hall).

«Je eher und besser wir uns vorbereiten, desto geringer sind die Folgekosten, die wir haben werden», sagte er weiter.

Dazu gehörten nicht nur die Schäden durch gerissene Tiere, sondern auch die gesellschaftlichen Konsequenzen wie der Streit zwischen Jägern, Schäfern und Tierschützern oder die Ängste der Bevölkerung ebenso wie eine mögliche polarisierende Debatte. «Vorbeugung ist der beste Schutz», sagte Enssle. «Es ist wie beim Zahnarzt: Prophylaxe ist billiger als Zahnersatz.» Mehrere sogenannte Herdenschutzhunde wurden am Freitag im Kreis Schwäbisch Hall bei einer Prüfung zertifiziert.

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Die Hunde hätten unverdient einen schlechten Ruf. «Es werden nicht nur zum Wolf, sondern auch zum Einsatz von Herdenschutzhunden viele Mythen, Gerüchte und Vorurteile verbreitet», sagte Enssle. «Es wird oft gesagt, die Hunde seien Killerbestien, aber das ist völliger Unsinn.»