
Konto und Magen bleiben nicht selten leer: Dass zahlreiche Deutsche in Armut leben, ist bittere Realität. Finanzielle Not existiert in allen Bundesländern. Nach einer aktuellen Auswertung ist eine Region besonders betroffen.
Wer sich kaum noch etwas leisten kann und von Tag zu Tag lebt, gehört zu den zahlreichen Armutsbetroffenen in Deutschland. Doch hinter dieser pauschalen Feststellung verbergen sich oft tragische Schicksale, die verdeutlichen, wie brüchig das soziale Sicherheitsnetz geworden ist.
Erschreckende Entwicklung: Zahlreiche Deutsche leben in Armut
Der Kühlschrank bleibt leer. Ein warmes Mittagessen für das Kind gibt es vielleicht nicht. Armut existiert auch in Deutschland ‒ und die Zahlen sind besorgniserregend. Wer seinen Lebensunterhalt mit deutlich weniger Geld als der gesellschaftliche Durchschnitt bestreiten muss, gilt als betroffen. Laut der Hans-Böckler-Stiftung wird es zudem immer schwerer, aus der Armut herauszukommen. In den 90er-Jahren schaffte es demnach noch fast die Hälfte der Betroffenen nach oben. Heute ist es nur noch gut ein Drittel. Ein aktueller Bericht des Paritätischen Gesamtverbands offenbart nun das erschreckende Ausmaß in Zahlen.
Armutsquote steigt weiter an
Der Armutsbericht 2026 zeigt: Für 13,3 Millionen Menschen in Deutschland gehört finanzielle Not zum Alltag, denn sie leben in Armut. Inzwischen liegt die Quote bei rund 16 Prozent – das ist ein weiterer Anstieg. Dass Menschen in Deutschland armutsbetroffen sind, hat verschiedene Gründe. Ein wichtiger Grund ist der herausfordernde Arbeitsmarkt. Trotz Suche finden Langzeitarbeitslose nicht immer eine Beschäftigung oder landen im Niedriglohnsektor. Besonders gefährdet sind Alleinerziehende, die nicht selten einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen müssen. Oft lässt die familiäre Situation nur selten andere Optionen wie eine Vollzeitwoche zu, was zu einem niedrigeren Verdienst führt.
Außerdem sind immer mehr Rentner in Deutschland armutsgefährdet. Vor allem Frauen kämpfen mit finanziellen Problemen, weil ihre Erwerbsbiografie aufgrund der Kinderbetreuung oft Lücken aufweist. Im Bundesland Bayern beträgt die Armutsquote 12,6 Prozent. In Berlin sind es 18,7 Prozent. Trauriger Spitzenreiter ist das kleinste Bundesland: In Bremen beläuft sich der Anteil auf 27,5 Prozent. Insgesamt ist der Norden stark betroffen, denn auch Hamburg liegt mit 18,9 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt. Fachleute warnen vor Kürzungen im Sozialbereich, denn diese könnten Ängste und Unsicherheiten bei Betroffenen verstärken.
(Quellen: Paritätischer Gesamtverband, Armutsbericht 2026)













