„Zu unpünktlich“: Deutsche Bahn gerät weiterhin unter Druck

Eine gut besuchte Bahnhofshalle ist zu sehen und im Vordergrund schlendern Menschen zu den ausgeschilderten Gleisen. Dahinter befinden sich mehrere Informationstafeln mit den Abfahrtszeiten der Züge.
Symbolbild © imago/Arnulf Hettrich

Immer noch sind die Züge in Deutschland zu unpünktlich. Deshalb will der Verkehrsminister eine neue Regel einführen und setzt damit die Deutsche Bahn noch mehr unter Druck.

Die Deutsche Bahn gerät nun weiter unter Druck. Dafür sorgt der aktuelle Verkehrsminister, denn er findet die Züge immer noch zu unpünktlich. Und er will nun eine Regel aufstellen, die dies ändern soll.

Ziele nicht erreicht: Züge sind immer noch zu unpünktlich

Für das Jahr 2025 wurden die Hürden für die Erfolgsbeteiligung des Managements bewusst niedrig angesetzt. Das interne Ziel für eine 100-prozentige Bonusauszahlung lag im Fernverkehr bei lediglich 67,5 Prozent Pünktlichkeit. Erste Zahlungen sollten bereits ab 65 Prozent fließen. Im Regionalverkehr wurde eine Zielmarke von 90 Prozent definiert. Tatsächlich verfehlte die Deutsche Bahn diese Ziele mit 60,1 % im Fernverkehr und 89,2 % im Regionalverkehr nur knapp.

Ziel war außerdem die Reduzierung von Infrastruktur-Betriebsstörungen durch die Einführung fester Zeitfenster für Instandhaltungsarbeiten, um den laufenden Verkehr weniger zu beeinträchtigen. Doch auch davon spüren die Fahrgäste fast nichts. Sie merken die Störungen und die sich daraus ergebenden Verzögerungen sowie Ausfälle deutlich.

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Deutsche Bahn unter Druck: Verkehrsminister will neue Regelung

Der neu ernannte Bundesverkehrsminister Steffen Bilger fordert als Reaktion auf die anhaltende Pünktlichkeitskrise der Deutschen Bahn eine konsequente Kopplung der Vorstandsgehälter an die Erreichung der vom Bund vorgegebenen Ziele. Wenn die Zielvorgaben des Bundes zur Zuverlässigkeit nicht eingehalten werden, muss sich das spürbar negativ auf die variablen Bonuszahlungen der Bahn-Manager auswirken, fordert Bilger. Kunden und Steuerzahler hätten einen Anspruch darauf, dass echter Erfolg gemessen wird.

Die Bundesregierung bereitet derzeit eine neue Finanzierungsvereinbarung für die Schieneninfrastruktur vor. Bilger fordert, dass man die Auszahlung dieser staatlichen Gelder künftig direkt an die Erfüllung konkreter Pünktlichkeits- und Qualitätsvorgaben knüpft. Der Verkehrsminister sieht diese neue Regelung als Möglichkeit, die Pünktlichkeit zu garantieren. Zudem habe der Steuerzahler ein Anrecht darauf, dass man diese messbar macht. Er betonte auch, dass die Mitarbeiter der Deutschen Bahn großartige Arbeit leisten.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)