Zu viele Beschwerden: Deutsche Post soll jetzt wohl Strafe zahlen

Ein Paketbote ist gerade dabei, sich wieder in sein Postauto zu setzen. Vorn auf dem Beifahrersitz sieht man einige Pakete und Päckchen liegen.
Symbolbild © istockphoto/AdrianHancu

Die meisten Bürger nutzen heutzutage Messenger-Dienste wie WhatsApp, um Privatnachrichten zu versenden. Auch im beruflichen Kontext wird viel per E-Mail kommuniziert. Briefe geraten aus der Mode – nun soll die Deutsche Post wohl Strafe zahlen.

Heute werden Briefe nur noch selten genutzt. Wegen geringer Nachfrage nimmt die Servicequalität der Post wohl ab. Jetzt soll die Deutsche Post wohl Strafe zahlen.

Niedergang des Briefs: So wenig schreiben Bürger noch 

In Deutschland schreiben Bürger immer weniger Briefe. Laut Bundesnetzagentur zeigt die Entwicklung des Briefaufkommens der Deutschen Post, dass Geschäftskunden inzwischen mit 93 Prozent den Hauptanteil der Sendungen ausmachen. Dies lag 2022 bei etwa 13,1 Milliarden Briefen. Von diesen Geschäftskunden entfallen nach Angaben der Deutschen Post ungefähr die Hälfte auf nur 500 Großkunden, die lediglich ein Prozent aller Geschäftskunden ausmachen.

Sollten diese „Mega-Versender“ wie Banken, Versicherer oder Behörden auf digitale Kommunikation umstellen, könnten auf die Deutsche Post Milliardenverluste zukommen. Der Gesamtumsatz im Briefgeschäft lag 2022 bei 7,89 Milliarden Euro. Das langsame Digitalisierungstempo in Deutschland hat dabei einen stabilisierenden Effekt auf Porto und Mengen.

Deutsche Post soll wohl Strafe zahlen: Darum beschweren sich Kunden
Die Deutsche Post ist dabei nicht gleichzusetzen mit der DHL Group. Denn die Deutsche Post übernimmt lediglich den Versand von Briefen und Postkarten. Die DHL Group ist dagegen für Pakete und Päckchen zuständig und erwartet ein florierendes Weihnachtsgeschäft. In Baden-Württemberg kämpft die Deutsche Post mit wenigen Filialen.
Nun muss die Deutsche Post wohl Strafe zahlen. Sie steht wegen zahlreicher Beschwerden über ihren Service, wie beschädigte oder verspätete Sendungen, unter Druck und könnte bei Nichteinhaltung der Vorgaben der Bundesnetzagentur hohe Geldstrafen zahlen müssen. Die Zahl der Beschwerden erreichte im Sommer 2025 einen Höchststand, obwohl das Unternehmen inzwischen Besserung gelobt hat und erste kleine Verbesserungen sichtbar sind. Kritisch sehen Bürger auch die Umstellung von Filialen auf Automaten, die für viele Kunden eine Erleichterung, aber für andere problematisch ist. Die Bundesnetzagentur betont, dass sie die Entwicklung weiter genau beobachten und gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen wird, sollte die Post ihre Versprechen nicht einhalten.

(Quellen: Bundesnetzagentur, Deutsche Post)

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