Zu voll: Wohnungsmangel in Deutschland wird immer schlimmer

Ausblick von einem Balkon mit Pflanzen und verschiedenen Blumen in Töpfen. Der Blick geht auf andere Häuser und Wohnungen. Der Balkon ist mit einem Sichtschutz versehen. Auf Wohnhäuser kommt nun eine Klima-Pflicht zu.
Symbolbild © istockphoto/tonyzhao120

Laut Experten wird der Wohnungsmangel in Deutschland immer schlimmer und wird sich auch in naher Zukunft nicht entspannen. Dabei entsteht gleichzeitig ein Paradox auf dem Wohnungsmarkt. Fachleute fordern schon längst eine Anpassung der Baupolitik.

Der Wohnungsmangel in Deutschland wird immer schlimmer. Und das, obwohl derzeit Wohnungen hierzulande neu gebaut werden. Experten erklären das Paradox des Wohnungsmarktes und geben deutliche Empfehlungen ab.

Millionen Menschen in Deutschland betroffen – trotz Wohnungsbau

In Deutschland entstehen jedes Jahr Hunderttausende neuer Wohnungen. Und dennoch sind Millionen Menschen von dem vorherrschenden Wohnungsmangel betroffen. Hierzulande fehlen rund 1,4 Millionen Wohnungen, insbesondere im bezahlbaren und sozialen Segment. Die Betroffenen leben in zu kleinen Wohnungen, können sich ihre derzeitige Unterkunft nicht mehr leisten oder können gar nicht erst eine eigene Wohnung finden. Schätzungen zufolge sind mindestens eine Million Menschen in Deutschland wohnungslos. Dazu zählen auch Menschen, die in Notunterkünften untergebracht oder obdachlos sind.

Gerade im Bereich der bezahlbaren Wohnungen herrscht ein Mangel von ca. zwei Millionen Wohnungen. Rund 11,7 Prozent aller Unterkünfte sind Expertenschätzungen zufolge überbelegt. Es leben hier also mehr Menschen, als die Quadratmeterzahl rechnerisch zulassen würde. Für diese Menschen besteht ebenfalls kaum Hoffnung, eine eigene Wohnung zu finden, die sie bezahlen können. Und das, obwohl allein im letzten Jahr knapp 200.000 neue Wohnungen entstanden sind. Doch wie kann es zu diesem Paradox kommen?

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Wohnungsmangel wird immer schlimmer: Experten sehen Politik am Zug

Laut einer aktuellen Studie gibt es in Deutschland 44 Millionen Wohnungen. Doch wieso finden die Menschen dann keine geeignete Unterkunft? Fachleute sehen wichtige Gründe, die die Bundesregierung dringend angehen müsste. Zum einen werden oftmals größere und teurere Wohnungen gebaut. Diese können sich die Wohnungssuchenden gar nicht leisten. Zudem geht der Trend hin zu größerer Fläche und Single-Haushalten. Die durchschnittliche Personenzahl pro Haushalt liegt bei 1,9 Personen und knapp 50 Quadratmetern pro Person.

Außerdem bauen die Unternehmen die Wohnungen nicht dort, wo sie benötigt werden. Die Nachfrage konzentriert sich extrem auf Wirtschafts- und Universitätsstädte, während in ländlichen oder strukturschwachen Regionen teilweise Leerstand herrscht. Aufgrund von extrem gestiegenen Baukosten, hohen Zinsen, Fachkräftemangel und strengen bürokratischen Auflagen ist der Neubau vor allem von bezahlbarem Wohnraum und Sozialwohnungen stark eingebrochen. Die Schaffung neuen Wohnraums stockt hier bereits seit Jahren. Experten sehen insbesondere in diesem Punkt die Bundesregierung in der Pflicht. Geschieht nichts, wird der Wohnungsmangel in Deutschland weiterhin deutlich schärfer.

(Quellen: Statistisches Bundesamt (Destatis), eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)