1.100 Stellen: Deutsche Traditionskette schließt über 40 Filialen

In einem Möbelhaus richtet sich der Blick auf verschiedene Modelle von Stühlen und Tischen. Sie sind neben- und hintereinander gereiht und mit Preisen ausgezeichnet. Auf den Regalen an den Wänden findet man weitere Stühle verschiedener Ausführung und aus unterschiedlichem Material.
Symbolbild © imago/photo2000

Eine bittere Nachricht für 1.100 Angestellte: Eine deutsche Traditionskette schließt über 40 Filialen. Während die Kunden nun ordentlich Schnäppchen schlagen können, bangen die Mitarbeiter um ihre Zukunft.

Händeringend hat die Geschäftsführung nach einer anderen Lösung gesucht. Doch nun muss die deutsche Traditionskette über 40 Filialen schließen. 1.100 Angestellten droht damit die Kündigung. Wie es weitergeht, ist noch vollkommen offen.

Zwischen Bangen und Hoffen: Insolvenzverfahren läuft

Im Sommer letzten Jahres hat die Muttergesellschaft der deutschen Traditionskette Insolvenz angemeldet und händeringend nach einer Lösung gesucht. Durch den zurückhaltenden Konsum der Menschen und die gestiegenen Kosten geriet das Unternehmen in Schieflage und versuchte, zumindest das Schlimmste zu verhindern. Inzwischen haben zahlreiche Verhandlungen mit potenziellen Investoren stattgefunden. Man habe, so der Insolvenzverwalter, viele potenzielle Interessenten aus der Branche kontaktiert. Die Reaktionen seien jedoch bei Weitem nicht so positiv ausgefallen, wie man sich dies erhofft habe. Deshalb muss man nun einen weiteren radikalen Schritt gehen.

Über 40 Filialen: 1.100 Stellen sind in Gefahr

Die ersten Filialen haben bereits geschlossen. Die Nachricht, dass es in 44 Filialen dem Möbel- und Einrichtungshaus Hammer der Räumungsverkauf gestartet ist, hat sich wie ein Lauffeuer verbreitet. Entsprechend groß ist der Andrang in den betroffenen Filialen. 1.100 Mitarbeiter bangen nun um ihre Jobs, denn wie es mit ihnen weitergehen soll, ist bislang noch vollkommen unklar.

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300 potenzielle Interessenten habe man kontaktiert, um die Übernahme der Hammer-Filialen gewährleisten zu können. Viele haben jedoch kein Interesse gezeigt, heißt es. Lediglich zwei potenzielle Investoren seien noch im Rennen. Vier weitere wollen zwar den Markt nicht übernehmen, jedoch die Ladenflächen für das eigene Konzept nutzen. So könne man immerhin den Angestellten eine Zukunft bieten. Die anderen beiden Interessenten, so heißt es, würden eventuell die Hammer-Filialen übernehmen, jedoch nicht alle. Man müsse zuvor die Anzahl deutlich reduzieren. Somit sollen von 87 Filialen voraussichtlich nur noch 43 Standorte verbleiben. Im letzten Jahr hatte die neugegründete Hammer Raumstylisten GmbH die Filialen übernommen, musste nun jedoch ebenfalls Insolvenz anmelden.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Merkur, Insolvenzverwaltung)