20 Jahre: Überzeugte Veganerin isst wieder tierische Produkte

Eine Frau auf einer großen Demo in einer deutschen Stadt hält ein Schild hoch, auf dem steht "Biofleisch leidet auch". Sie ist eine Veganerin oder Vegetarierin die für Tierrechte kämpft.
Symbolbild © imago/aal.photo

Vegetarische und vegane Ernährung ist beileibe nichts für jedermann. Eine eigentlich überzeugte Veganerin erzählte kürzlich von ihren Erfahrungen und dass sie nun tatsächlich auch wieder tierische Produkte isst.

Zwei Jahrzehnte fleischfreie und rein vegane Ernährung gehen nicht spurlos an einem vorbei. Das und viel mehr erzählt eine überzeugte Veganerin, die jetzt wieder tierische Produkte isst. Für ihren überraschenden Wandel nennt sie auch starke Beweggründe.

Der stille Wandel beginnt, der nicht anhalten sollte

Mit vierzehn Jahren tauchte Nina tief in die vegane Welt ein: Pflanzliche Milch, Seitan-Würste, ein eigener Kochblog – all das wurde Teil ihrer Identität. Damals war pflanzlich leben noch eine Ausnahme-Ernährung, heute sieht man es öfter. Doch selbst 20 Jahre konsequenter Verzicht hinterlassen Spuren: Müdigkeit, Energiemangel und ein wachsender Kinderwunsch brachten sie ins Grübeln. Dazu ist auch wichtig zu wissen, dass Studien zeigen, dass vegane Ernährung durchaus Vorteile für Stoffwechsel und Herz-Kreislauf bringen kann. Gleichzeitig aber auch eine höhere Aufmerksamkeit auf Nährstoffe wie Vitamin B12, Eisen oder Omega-3 erforderlich ist. Es ist also definitiv, wie mit vielen Ernährungsformen, mindestens zwiespältig und differenziert zu betrachten.

Zudem ergaben Forschungen, dass eine Ernährungsumstellung sehr schnell das Immunsystem und das Mikrobiom beeinflussen kann – ein Hinweis darauf, wie tief Ernährung ins körperliche System eingreifen kann. In dieser Phase begann bei Nina das Umdenken: Es ging nicht mehr nur um moralische Entscheidung, sondern um körperliches und emotionales Wohlbefinden, um Familie und Zukunft. Trotz eines erfolgreichen Blogs, in dem sie über vegane Ernährung aufklärte, wagte die junge Frau die Rückkehr zu, wie viele sagen würden, „normalen Essgewohnheiten“.

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Die Rückkehr – mit neuem Blick auf Ernährung

Schließlich entschied sie, tierische Produkte wieder in ihren Speiseplan aufzunehmen. Was folgte, war mehr als nur eine Geschmackserinnerung – es war ein neues Lebensgefühl. Ihre Blutwerte verbesserten sich, sie fühlte sich kräftiger und ausgeglichener. Vor allem aber änderte sich ihre innere Haltung: Kein Schuldgefühl mehr, sondern ein bewusster Umgang mit Ernährung. Aus Studien wissen wir: Der Ersatz von tierischen Produkten durch pflanzliche zeigt positive Effekte – doch genau umgekehrt gibt es Hinweise darauf, dass eine Rückkehr nicht gleichbedeutend mit einem Fehler oder Versagen ist.

Denn laut einer Untersuchung haben rund 82 % der Befragten, die als ehemalige Veganer / Vegetarier Nährstoff- oder Gesundheitsprobleme angegeben hatten, berichtet, dass sich diese Symptome schon innerhalb von 2 bis 6 Wochen nach Wiedereinführung tierischer Produkte verbessert haben. Nina lernte schließlich, Ernährung als flexibles Werkzeug zu sehen – nicht als Dogma. Sie spricht offener über Balance statt absoluter Regeln.

(Quellen: Eigene Recherche der ka-Insider Redakteure)