Ära endet: Supermarkt-Kette Real ist Geschichte in Deutschland

Auf einem Parkplatz einer Real-Filiale stehen mehrere geparkte Autos. Das rot-blaue Logo von Real ist über dem Eingang der Filiale platziert. Im Eingangsbereich steht ein Fotoautomat. Ein Mann steht vor dem Eingang, eine Frau auf dem Parkplatz.
Symbolbild © istockphoto/Lukassek

Vor allem Familien wussten das SB-Warenhaus zu schätzen. Inzwischen ist der Händler Real jedoch Geschichte. Was mit den Filialen der Kette passiert ist – und welcher Konkurrent besonders vom Aus profitieren konnte.

Ob Brot fürs Frühstück oder ein Satz Winterreifen fürs Auto: Real versprach Kunden alles unter einem Dach. Inzwischen gibt es die berühmte SB-Kette nicht mehr. Das ist aus den Standorten geworden.

Die SB-Warenhauskette Real ist Geschichte

Treue Fans erinnern sich zurück an die Zeit, als die SB-Kette Real noch im Geschäft war: Filialen mit riesigen Einkaufsflächen, eine große Auswahl an Lebensmitteln, Frischetheken. Das Sortiment wurde unter anderem durch Haushaltswaren und Elektronik ergänzt. An Wochenenden pilgerten zahlreiche Familien zum Real-Einkauf ‒ bis sich plötzlich das Aus der Einkaufskette ankündigte. Sie litt schon länger unter Verlusten und wurde schließlich von der Muttergesellschaft Metro AG an den Investor SCP Group verkauft.

Warum der einst so beliebte Händler scheiterte 

Ziel der Übernahme durch SCP war allerdings nicht die Rettung der Filialen der SB-Warenhauskette, sondern deren Zerschlagung. Und so kam es auch: Profitable Standorte wurden an die Konkurrenz veräußert. Vor allem Supermarktriese Kaufland schnappte sich einen großen Anteil. Über 120 der früheren Standorte gehören dem erfolgreichen Händler ‒ das sind 46 Prozent. Auf dem zweiten Platz der Profiteure landete Edeka mit einem Anteil von 25 Prozent, während Rewe 10 Prozent hält. Etwa 6 Prozent teilen sich auf verschiedene mittelständische Ketten wie Globus auf. Vor einer ungewissen Zukunft stehen derweil etwa 13 Prozent der Standorte.

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Das endgültige Aus von Real war insgesamt das Resultat einer schleichenden Abwärtsspirale, weil sich das Kaufverhalten vieler Kunden zunehmend verändert hat und die Konkurrenz den Riesen schlichtweg überholte. Hohe Fixkosten für die großen Flächen, ein massiver Investitionsstau und schließlich die Konzentration der Muttergesellschaft Metro auf den Großhandel leiteten das Ende der Ära Real ein. Die letzte Filiale wurde im Frühjahr 2024 geschlossen. Was Kunden heute bleibt, ist der Gang zur Konkurrenz ‒ und die Erinnerung an gemeinsame Wochenendeinkäufe mit der Familie im riesigen Real-Warenhaus.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Lebensmittel Zeitung)