Aktivisten-Aufschrei: Aldi stoppt Produkt-Verkauf in allen Filialen

Teil einer Verkaufsfläche des Discounters Aldi. In der Süßigkeitenabteilung stehen verschiedene Weihnachtsprodukte bereit, darunter Lebkuchen, Marzipan, Schokolade und Kekse. Im Hintergrund läuft ein Kunde durch den Gang.
Symbolbild © imago/BREUEL-BILD

Es sind harte Anschuldigungen gegen den Discounter. Deshalb stoppt Aldi nun den Verkauf eines Produkts. Das steckt wirklich hinter dem überraschenden Vorwurf einer Organisation, gegen den sich der Händler jetzt wehren muss. 

Discount-Riese Aldi muss sich verantworten. Ein scheinbar harmloses Weihnachtsprodukt steht im Mittelpunkt des Skandals. Alles Wichtige zur Kritik.

Schwere Vorwürfe: Aldi stoppt Produkt-Verkauf

Auf den ersten Blick wirkt das Produkt bei Aldi recht unauffällig. Es eignet sich wunderbar als kleines Präsent zu Weihnachten. Aber offenbar trügt der Schein ‒ zumindest wenn es nach einem neuen Vorwurf geht, den eine Organisation jetzt erhebt. „Es bricht mein Herz“, kommentiert ein User die Meldung auf Instagram. Auch von „Verbrauchertäuschung“ ist plötzlich die Rede. „Danke, dass ihr genau hingeschaut habt“, schreibt eine Person und wendet sich damit direkt an die Organisation.

Was hinter den Anschuldigungen steckt

Hinter den Anschuldigungen gegen den beliebten Discounter Aldi Süd steckt die Tierrechtsorganisation Aninova. Die Pelztierzucht müsse man stoppen, fordert sie. Bei dem betroffenen Produkt käme echter Pelz aus China zum Einsatz. Dabei hat der Lebensmittelhändler eigentlich eine klare Haltung: Artikel mit Echtpelz gehören keinesfalls zum Sortiment, denn Tierquälerei will das Unternehmen nicht unterstützen. Und doch hat sich inzwischen offenbar ein Weihnachtsartikel eingeschlichen, der nicht zum Image passen will. Es handelt sich um spezielle Haarspangen mit Rentiermotiven, die Aldi zunächst aus dem Verkauf genommen hat. Eine genaue Prüfung soll Gewissheit bringen.

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Mittlerweile habe der Lieferant den Vorwurf zwar dementiert, aber noch konnte die Situation nicht vollständig geklärt werden. Immer wieder werfen Tierschutzvereine Händlern den Einsatz von Echtpelz vor. Sie verweisen nicht nur auf die Tierquälerei zur Pelzgewinnung, sondern auch auf die fehlende Transparenz Verbrauchern gegenüber. Der Verein PETA erklärt, wie man Echtpelz von Kunstpelz unterscheidet: Wer die Haare zur Seite zieht, sieht bei falschem Pelz einen gewebten Textilansatz, bei echtem Pelz jedoch Haut (Leder). Auch ein kurzes Pusten hilft. Sofern es sich um Echtpelz handelt, bewegt er sich leichter als der fast regungslose Kunstpelz. Ob der Rentier-Haarschmuck von Aldi wieder ins Sortiment aufgenommen wird oder nicht, hängt nun wohl vom Prüfungsergebnis ab.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, dpa, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft)