
Sammelcontainer drohen in vielen Kommunen zu verschwinden. Immer häufiger werden Standorte abgebaut oder nicht mehr erneuert. Bei den Entsorgern herrscht Alarm – das System stößt an seine Grenzen.
Betreiber verweisen auf steigende Kosten, fehlende Abnehmer und sinkende Einnahmen. Einige Städte prüfen bereits, ob Standorte reduziert oder komplett aufgegeben werden sollen. Für viele Bürger bedeutet das eine spürbare Veränderung: Kleidung lässt sich nicht mehr wie gewohnt in der Nähe entsorgen.
Billigmode belastet Container und Recycling
Ein Hauptgrund ist die wachsende Menge an Alttextilien – verstärkt durch Fast Fashion. Die Modeindustrie stellt Kleidung billiger her, Konsumenten kaufen mehr und werfen ausgediente Teile schneller weg. Der ständige Wechsel von Trends führt dazu, dass immer mehr Textilien in kurzer Zeit im Abfall landen. Die Container werden dadurch nicht nur voller, sondern auch problematischer: Viele Stücke sind kaum noch tragbar, stark beschädigt oder bestehen aus Mischfasern, die sich nur schwer recyceln lassen. Gleichzeitig ist der Markt für Secondhand-Ware unter Druck geraten. Der Weiterverkauf funktioniert zunehmend schlechter. Damit verliert das System seine wirtschaftliche Grundlage – und Sammelstellen werden zu einem Kostenfaktor.
Alarm bei Entsorgern: Altkleidercontainer werden weniger
Zunehmend ziehen sich deshalb Betreiber zurück, die früher auf Altkleiderspenden angewiesen waren. Die Sammlung erfordert viel Arbeit: Mitarbeiter leeren die Container regelmäßig, sortieren die Kleidung und transportieren sie weiter. Nicht verwertbare Textilien entsorgen sie kostenpflichtig. Gleichzeitig sinken die Erlöse, weil die Qualität vieler abgegebener Textilien schlechter geworden ist. In mehreren Bundesländern werden Containerstandorte daher schrittweise abgebaut. Medien berichten von Warnsignalen aus verschiedenen Regionen: In Berlin ist bereits von einem System am Limit die Rede, auch aus Thüringen und Teilen Süddeutschlands wird über Rückgänge berichtet.
In den kommenden Jahren dürfte sich die Altkleidersammlung weniger durch ein vollständiges Ende als vielmehr durch neue Formen verändern. Kommunen und Entsorger diskutieren zentrale Abgabestellen, strengere Regeln gegen Fehlwürfe und klarere Vorgaben, welche Kleidung überhaupt gesammelt werden soll. Wahrscheinlich wird es weniger Container geben, dafür mehr Sammeltermine und eine stärkere Konzentration auf Wertstoffhöfe. Auch politische Maßnahmen könnten den Druck erhöhen, etwa eine stärkere Verantwortung von Herstellern oder Rücknahmesysteme im Handel.
(Quellen: Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse), Kommunale Entsorger, dpa, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














