Alles für Miete und Essen: Für Bürger bleibt Geld kaum noch übrig

Ein Kunde geht mit prall gefüllten Beuteln von dm. Bei dem Inhalt kann es sich um seinen Einkauf oder die Ware handeln. Der Kunde könnte aber auch den Pfand zum Drogeriemarkt tragen.
Symbolbild © imago/Michael Gstettenbauer

Nun hat eine Statistik deutlich gemacht, was viele Menschen bereits jeden Tag merken: Fast das gesamte Geld geht für Miete und Essen drauf, sodass man sich kaum noch etwas anderes leisten kann.

Das meiste Geld geht für Miete und Essen weg. Danach bleibt den Menschen kaum noch Geld für etwas anderes. Diese extreme Situation zeigt sich jetzt auch in offiziellen Zahlen und dürfte sich in diesem Jahr sogar noch verschlimmert haben.

Preise steigen, Konsum nimmt ab: Entwicklung spitzt sich weiter zu

Auch in diesem Jahr sind die Preise für Lebensmittel, Wohnen und andere Ausgaben des alltäglichen Lebens massiv angestiegen. Zwar hat sich laut Experten die Inflationsrate in diesem Jahr bislang auf durchschnittlich 2,2 Prozent eingependelt und im letzten Monat ist sie sogar leicht gesunken. Nichtsdestoweniger merken die Verbraucher die Erhöhung der Preise mehr als deutlich. Denn vor der Ukraine-Krise und der Corona-Pandemie lagen die Preise auf einem Niveau, die man sich als Otto Normalverbraucher durchaus leisten konnte. Doch nun zeigt eine neue Studie, dass mit dem Preisanstieg der Konsum abnimmt und sich die Lage wohl weiter zuspitzen wird.

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„Arbeiten nur für Miete und Essen“: Verbraucher sind verzweifelt

Der so häufig in diesem Jahr gesagte Satz „Ich arbeite nur noch dafür, dass ich ein Dach über dem Kopf und etwas zu essen im Schrank habe“, ist so aktuell wie noch nie. Dies zeigt auch eine Studie, die Experten jetzt ausgewertet haben. Und sie kommen zu dem Ergebnis, dass die Verzweiflung der Menschen durchaus seine Berechtigung hat.

Die Auswertungen beziehen sich auf die Angaben, die 54.000 Haushalte im Jahr 2023 gemacht haben. Laut den Ergebnissen gaben dabei Haushalte mit einem durchschnittlichen Netto-Einkommen von 1.300 Euro ca. 780 Euro für Lebensmittel und Wohnen aus. Das sind ca. 64 Prozent. Bei Haushalten mit mittleren Einkommen lag dieser Prozentsatz bei 52 Prozent, während die Personen mit hohen Einkommen durchschnittlich 47 Prozent für Miete und Essen ausgaben. Daraus folgern die Wissenschaftler: Je niedriger das Einkommen, desto höher war der prozentuale Anteil an Ausgaben für Lebensmittel und Wohnen. Die Grundlage bilden die Zahlen aus 2023. In diesem Jahr dürften die Werte wohl noch schlimmer ausfallen.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Statistisches Bundesamt, dpa)