Alte Stromzähler weg – Millionen Haushalte werden umgerüstet

Analoger Stromzähler, welcher derzeit überwiegend zur Messung des Stromverbrauchs verwendet wird
Symbolbild © istockphoto/Torsten Asmus

In Deutschlands Kellern und Hausfluren steht ein großer Austausch bevor. Klassische Stromzähler sollen nach und nach digitalen Geräten weichen. Bei bestimmten Haushalten kommt sogar ein intelligentes Messsystem zum Einsatz, das Verbrauchsdaten automatisch übermitteln kann.

Der Umbau läuft bereits und soll in den kommenden Jahren deutlich an Fahrt aufnehmen. Grundlage ist das Messstellenbetriebsgesetz. Es legt fest, welche Haushalte einen sogenannten Smart Meter bekommen und welche Kosten dafür entstehen dürfen.

Diese Haushalte bekommen einen neuen Stromzähler

Nicht jeder Haushalt erhält sofort einen intelligenten Stromzähler. Besonders wichtig ist der jährliche Stromverbrauch. Haushalte mit mehr als 6.000 Kilowattstunden Verbrauch pro Jahr gehören zu den Gruppen, bei denen Messstellenbetreiber intelligente Messsysteme schrittweise einbauen müssen. Auch Besitzer größerer Photovoltaikanlagen sowie Haushalte mit bestimmten steuerbaren Verbrauchseinrichtungen fallen unter die gesetzlichen Vorgaben. Dazu können beispielsweise Wärmepumpen oder Wallboxen für Elektroautos gehören.

Ein Smart Meter besteht aus einem digitalen Stromzähler und einem sogenannten Smart-Meter-Gateway. Dieses ermöglicht die Kommunikation und Übertragung der Messwerte. Damit lässt sich der Stromverbrauch genauer erfassen als mit einem klassischen Zähler. Wer nicht zu den verpflichtend auszustattenden Gruppen gehört, kann ebenfalls einen digitalen Zähler erhalten. Verbraucher können unter bestimmten Voraussetzungen zudem selbst den Einbau eines intelligenten Messsystems verlangen.

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Nicht kostenlos: Verbraucher müssen den Austausch meist dulden

Wenn der zuständige Messstellenbetreiber einen vorgeschriebenen Zählerwechsel ankündigt, können Hausbesitzer und Mieter den Austausch grundsätzlich nicht einfach ablehnen. Der Betreiber muss die Betroffenen allerdings rechtzeitig informieren. Ganz kostenlos ist die neue Technik nicht. Für den Betrieb intelligenter Messsysteme gelten gesetzliche Preisobergrenzen. Wie hoch die jährlichen Kosten ausfallen dürfen, hängt unter anderem vom Stromverbrauch und von den vorhandenen Anlagen ab.

Langfristig soll die neue Technik dabei helfen, Stromnetze besser zu steuern. Gleichzeitig können Verbraucher ihren eigenen Verbrauch genauer verfolgen. Besonders interessant wird das in Verbindung mit dynamischen Stromtarifen, bei denen sich der Preis im Tagesverlauf verändert. Bis 2030 soll der Einbau intelligenter Messsysteme deutlich vorangeschritten sein. Für Millionen Verbraucher bedeutet das: Der klassische Stromzähler wird Schritt für Schritt zum Auslaufmodell.

(Quellen: Bundesnetzagentur, Bundeswirtschaftsministerium, Verbraucherzentrale)