Anfeindungen der Kunden nehmen zu: Bäckerei fordert Respekt

In einer Bäckerei stehen Kunden hinter der Theke und geben ihre Bestellung auf. Die Mitarbeiter sind beschäftigt. In der Auslage liegen zahlreiche Backwaren, darunter Kuchen. Auch frisches Brot steht für die Kunden bereit.
Symbolbild © imago/Manfred Segerer

Weil Kunden die Beschäftigten des Betriebes offenbar diskriminieren, fordert diese Bäckerei jetzt Respekt ein. Es ist wohl nicht der erste Vorfall dieser Art. Dabei finden viele Unternehmen mittlerweile kaum noch Personal. Die Situation spitzt sich zu. 

Erneut müssen Mitarbeiter dieser Bäckerei Anfeindungen aushalten. Das will der Betrieb nicht mehr akzeptieren. Jetzt fordert er aktiv Respekt von den eigenen Kunden ein.

Das will das Unternehmen nicht mehr hinnehmen: Bäckerei fordert Respekt

Ob wegen des Aussehens, der Hautfarbe oder aufgrund der sexuellen Orientierungen: Diskriminierung am Arbeitsplatz ist keine Seltenheit. Nun sorgt ein Vorfall in Berlin für Aufsehen. Die betroffene Bäckerei hat es eigenen Angaben zufolge immer wieder mit Anfeindungen zu tun. Dabei ist die Lage in der Branche ohnehin angespannt. Zahlreiche Betriebe kämpfen um neues Personal. Aber die Konkurrenz ist groß und Fachkräfte fehlen. Arbeitsplätze, an denen Mitarbeiter Diskriminierung erfahren, geraten dabei besonders schnell in ein negatives Licht.

Was wirklich in der Filiale passiert ist ‒ und wie die Betreiberin reagiert

Abwertende Kommentare über eine Mitarbeiterin mit Kopftuch, aber auch andere Vorfälle haben die Berliner Bäckerei Schäfer’s in Pankow schließlich dazu gebracht, ein weißes Schild mit einer Bitte in roten Buchstaben auszuhängen. Auf diesem wird, darauf hingewiesen, dass Kunden respektvoll mit den Mitarbeitern umgehen sollen. Man solle sie so behandeln, wie man auch selbst behandelt werden will. Gerade die deutsche Hauptstadt ist bekannt für ihre Weltoffenheit. Zu diskriminierenden Vorfällen kommt es dennoch, wie hier zu rassistischen Parolen. Betriebsinhaberin Susanne Graner ist offenbar besorgt. Sie sei schockiert über die Wut vieler Menschen. An die betroffene Mitarbeiterin richtet sie tröstende Worte und betont, dass diese nichts falsch gemacht habe.

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Wer selbst Diskriminierung am Arbeitsplatz erlebt, etwa durch Mitarbeiter oder Kunden, sollte sich zunächst an seinen Arbeitgeber wenden. Auch die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hilft weiter und bietet zum Beispiel ein spezielles Beratungsportal an. Sofern es sich um Diskriminierungserfahrungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern handelt, haben Beschäftigte in schwierigen Fällen nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) auch die Möglichkeit, rechtlich dagegen vorzugehen.