Ansonsten kein Eintritt mehr: Neue Freibad-Regel spaltet Besucher

Neben dem Beckenrand eines Schwimmbeckens im Freibad laufen zwei Männer entlang, die von einem Sicherheitsdienst kommen und für die Sicherheit der Angestellten und Badegäste sorgen sollen. Im Bad befinden sich einige Gäste und haben Spaß.
Symbolbild © imago/Funke Foto Services

Der Sommer ist da, und im Freibad herrscht Hochbetrieb. Da es immer wieder zu Badeunfällen kommt und es nicht genug Personal gibt, greift vielerorts eine neue Freibad-Regel. Andernfalls gibt es keinen Eintritt.

Bei den sommerlichen Temperaturen kommt ein Ausflug ins Freibad oder an den Badesee gerade recht. Dabei hat die Sicherheit der Badegäste oberste Priorität. Genau deshalb führen einige Freibäder der Bundesrepublik nun eine neue Regel ein.

Einführung einer neuen Freibad-Regel

In fast ganz Deutschland kratzt das Thermometer dieser Tage an der 40-Grad-Marke. Entsprechend voll sind die Freibäder und Badeseen. Neben Belästigungen, Übergriffen und Müllbergen, sind auch Badeunfälle ein großes Problem. Hinzu kommt, dass es mittlerweile nicht mehr ausreichend qualifiziertes Personal gibt, das die Becken überwachen und im Notfall eingreifen kann.

Verantwortlich für den Mangel an Schwimmmeistern soll zum einen die Pandemie sein. In Zeiten des Lockdowns waren sämtliche Freibäder aus Hygienegründen geschlossen. Bademeister und andere Mitarbeiter mussten sich beruflich neu orientieren, da die Dauer der Schließungen damals nicht absehbar waren. Weiterhin erreicht allmählich eine ganze Generation – die sogenannten Baby-Boomer – das Rentenalter. Zwar gibt es Nachwuchs, laut des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), jedoch nicht genug, um die Lücken zu kompensieren. Also müssen andere Maßnahmen und Regeln her, um die Sicherheit der Badegäste zu gewährleisten.

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Neue Freibad-Regel spaltet die Gemüter

Die ersten Freibäder Deutschlands haben neue Zugangsregeln eingeführt. Vor allem Kinder und Jugendliche können zum Teil nicht richtig schwimmen und geraten daher immer wieder in brenzlige Situationen. Deshalb müssen alle Besucher unter 17 Jahren ab sofort das Schwimmabzeichen Bronze (im Volksmund nach wie vor „Freischwimmer“ genannt) vorweisen oder eine erwachsene Aufsichtsperson dabei haben. Andernfalls gibt es keinen Eintritt. Das Seepferdchen reicht nicht mehr, da dies kein absolut sicheres Schwimmverhalten garantiert.

Die Reaktionen auf die neue Regel sind gespalten. Während die einen die Maßnahme als unfair und sogar diskriminierend empfinden, halten andere diese für richtig und sinnvoll. Schließlich gehe es dabei nicht um Schikane, sondern um Sicherheit und Menschenleben. Laut der DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft) gab es im vergangenen Jahr 393 tödliche Badeunfälle. Den Angaben zufolge können zudem 20 Prozent der Kinder zwischen sechs und zehn Jahren gar nicht schwimmen. Die Verantwortung hierfür tragen, laut Experten, vor allem die Eltern.

(Quellen: DLRG, WDR, dpa, Bundesverband Deutscher Schwimmmeister, VKU)