
Die Bundesregierung arbeitet derzeit an einem neuen Gesetz für Textilien. Mit diesem will man mehr für den Klimaschutz tun und auch die Unternehmen in die Pflicht nehmen.
Was sich zunächst gut anhört, enttäuscht die Umweltschützer auf ganzer Linie. Ein neues Gesetz für Textilien, das auch die herstellenden Unternehmen deutlich in die Pflicht nehmen soll, soll bald kommen. Doch Kritiker bezweifeln den Nutzen.
Überschwemmung mit Billigkleidung: Länder ersticken in unserem Müll
Die Statistiken sehen erschreckend aus. Jährlich entsorgt jeder Deutsche ca. 5,5 Kilogramm an Kleidung im Altkleidercontainer. Zählt man noch andere Entsorgungswege mit, kommt der deutsche Bürger auf durchschnittlich 15 Kilogramm pro Jahr. Ein Großteil der entsorgten Kleidung wird als Second-Hand-Ware exportiert oder als Putzlappen und Dämmmaterial verarbeitet. Das Problem: Immer mehr Billigkleidung überschwemmt den Kleidermarkt. Diese kann man nicht weiter verwerten, womit sie im Müll landet. Ein Großteil der Altkleider landet in Afrika, Mittelasien, Osteuropa und dem Mittleren Osten. Da Billigkleider oftmals schneller kaputt gehen, steigt der Anteil an unbrauchbaren Textilien enorm an. In der Verantwortung fühlt sich kaum jemand.
Neues Gesetz für Textilien kommt: Regierung will Unternehmen einbeziehen
Die Textilindustrie produziert die Billigwaren und fühlt sich in keinster Weise für den Kleidungsabfall verantwortlich. Doch das soll sich nun ändern. Die Bundesregierung tüftelt derzeit an einem Gesetz, nach dem die Unternehmen finanziell in die Verantwortung genommen werden sollen. Dies gilt nicht nur für die heimischen Hersteller, sondern auch für die Importeure aus anderen Ländern. Je billiger ein Kleidungsstück ist und je weniger es weiterverwendet werden kann, desto höher ist der Beitrag, den der betroffene Hersteller zahlen muss. Enthält das Produkt sogar giftige Stoffe, fällt der zu leistende Betrag noch höher aus.
So lobenswert sich dieses Gesetz auch anhört: Umweltschützer sehen darin keinen Gewinn für den Umweltschutz. Zum einen käme das Gesetz deutlich zu spät, denn es gilt nur für Neuanbieter. Zum anderen gehe es letzten Endes gar nicht um das sinnvolle Nutzen der Altkleider, sondern es würde eher ein Wettbewerb losgetreten, wer am günstigsten Abfall produziert. Außerdem bemängeln Klimaschützer, dass es in Deutschland gar keine einheitlichen Richtlinien in Bezug auf die Klimafreundlichkeit geben würde. Somit hätte jedes Unternehmen die Möglichkeit, sein eigenes Ding zu machen.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, dpa)














