Aus der Not heraus: Deutsche greifen immer öfter zu Fertigessen

Ein Mann steht vor seinem Einkaufswagen, in dem sich seine Einkäufe wie Getränke und Grundnahrungsmittel und Toilettenpapier befinden. Er hält gerade einen Zettel in der Hand, auf dem er offensichtlich notiert hat, was er benötigt.
Symbolbild © imago/Martin Wagner

Die Preise für Lebensmittel steigen in Deutschland weiter an und verändern das Einkaufsverhalten vieler Menschen deutlich. Immer mehr Haushalte reagieren mit Sparstrategien und greifen öfter zu Fertigessen.

Lebensmittel kosten in Deutschland inzwischen mehr als noch vor einigen Jahren. Supermärkte passen ihre Preise regelmäßig an und geben gestiegene Kosten für Energie, Transport und Produktion an die Kunden weiter. Viele Produkte des täglichen Bedarfs verteuern sich dadurch Schritt für Schritt.

Lebensmittel werden teurer: Haushalte sparen beim Einkauf

Besonders Obst, Gemüse, Milchprodukte und Fleisch belasten das Haushaltsbudget stärker als zuvor. Gleichzeitig achten Verbraucher stärker auf Angebote und vergleichen Preise häufiger. Viele Menschen gehen seltener einkaufen und planen ihre Einkäufe genauer. Sie schreiben Listen und vergleichen gezielt Preise zwischen verschiedenen Geschäften. Viele greifen vermehrt zu günstigen Eigenmarken und verzichten auf spontane Käufe. Haushalte achten zudem stärker auf Sonderangebote und reduzieren Produkte, die sie früher regelmäßig gekauft haben. Familien besprechen ihren Wochenbedarf genauer, um unnötige Ausgaben zu vermeiden.

Deutsche greifen immer öfter zu Fertigessen

Steigende Preise führen dazu, dass frisches Kochen für viele Menschen schwieriger wird. Viele Haushalte greifen seltener zu frischen Zutaten und wählen stattdessen einfache oder haltbare Produkte. Zeitmangel und Kosten spielen dabei zusammen und verändern die Essgewohnheiten. Frisches Obst, Gemüse und hochwertige Lebensmittel stehen nicht mehr täglich auf dem Speiseplan vieler Familien. Stattdessen entstehen schnelle Mahlzeiten aus günstigen Grundprodukten. Auch die Planung von ausgewogenen Gerichten fällt vielen schwer, weil Budget und Verfügbarkeit stark einschränken.

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Der Markt für Tiefkühlprodukte wächst in Deutschland weiter und erreicht neue Rekordwerte beim Verbrauch. Ernährungsforscher Stefan Kabisch von der Berliner Charité ordnet diese Entwicklung sozial ein und sieht darin ein deutliches Signal für finanzielle Belastungen vieler Haushalte. Gleichzeitig steigen die Preise im Alltag stark an und erschweren eine ausgewogene Ernährung zusätzlich. Das Deutsche Tiefkühlinstitut meldet für 2025 einen Pro-Kopf-Verbrauch von 51,6 Kilogramm Tiefkühlkost, also rund 800 Gramm mehr als im Vorjahr. Diese Zahlen zeigen einen klaren Trend im Alltag vieler Verbraucher.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Deutsches Tiefkühlinstitut, YouGov, dpa)