Ausverkauf: Traditionelle Schuhkette muss 150 Filialen dichtmachen

EIne Frau in Winterjacke mit schwarzer Tasche steht vor einem Geschäft in der Stadt. In dem Laden werden Schuhe und Taschen verkauft. An dem Schaufenster des Schuhladens hängt ein Sale Schild.
Symbolbild © istockphoto/Krezofen

Es ist eine Schocknachricht für viele Verbraucher. Eine traditionelle Schuhkette muss jetzt 150 Filialen dichtmachen.

Nicht erst seit der Coronapandemie und der Inflation durch den Krieg in der Ukraine scheint es der Wirtschaft in Deutschland immer schlechter zu gehen. Nun muss eine traditionelle Schuhkette 150 Filialen dichtmachen. Die Verbraucher sind bestürzt.

Antrag auf Insolvenzverfahren ist gestellt

Bei der traditionellen Schuhkette handelt es sich um den bekannten Schuhhändler Reno mit Hauptsitz in Osnabrück. Sowohl Reno selbst als auch die frühere Muttergesellschaft mit dem Namen HR Group können nicht mehr zahlen. Im April wurde darum bereits ein Antrag auf ein Insolvenzverfahren beim Amtsgericht gestellt. Zudem war man auf der Suche nach neuen Investoren. Leider nur mit mäßigem Erfolg. So teilte der Insolvenzverwalter der traditionellen Schuhkette, Immo Hamer von Valtier, jetzt in den Medien mit, dass man lediglich eine „kleine Lösung“ gefunden habe.

Knapp 150 Filialen von Reno müssen aus diesem Grund nun schließen. Insgesamt umfasst das deutsche Traditionsunternehmen bislang 180 Filialen. Das bedeutet, dass am Ende nur noch knapp dreißig Reno-Filialen übrig bleiben. Immo Hamer von Valtier erklärte in den Medien, dass das gesamte Unternehmen aus Osnabrück „runtergewirtschaftet“ sei. Er selbst sehe nur für knapp 23 Filialen eine Perspektive für die Zukunft.

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Großteil der Mitarbeiter wird nicht weiterbeschäftigt

Insgesamt neun der Standorte sollen unter dem Namen Reno weitergeführt werden. Sie werden von der Kienast-Gruppe übernommen. Weitere Standorte sollen allerdings an andere Unternehmen gehen. Diese werden die Mitarbeiter voraussichtlich jedoch nicht weiter beschäftigen können.

Als traditionelle Schuhkette ist Reno mit diesem Problem nicht allein. Seit Beginn der Pandemie stecken viele Schuhhändler in einer Krise. Die Kunden konnten aufgrund des Lockdowns nicht mehr zum Einkaufen in die Geschäfte gehen und der Umsatz blieb aus. Die Inflation hat die Lage nun nochmals verschärft. So wurde laut Medienberichten mehr als jedes zehnte Schuhgeschäft im letzten Jahr dichtgemacht. Laut Berechnungen sank die Zahl der Schuhgeschäfte damit in Deutschland innerhalb eines Jahres um rund 13 Prozent ab.