
In der deutschen Bäckereibranche spitzt sich die Lage weiter zu. Auswertungen belegen: Immer mehr Betriebe geben auf ‒ und Deutschland muss so auch den Verlust zahlreicher Traditionsunternehmen verkraften. Die Gründe für die besorgniserregende Entwicklung.
Beliebte Ketten gehen pleite. Langjährige Unternehmen schmeißen das Handtuch. Klar ist: Das Bäckerhandwerk steckt in einer schmerzhaften Krise, die kein Ende zu nehmen scheint.
Umsätze steigen ‒ doch die Krise hält sich hartnäckig
Es klingt nach einem Widerspruch: Deutschlands Bäckereien erwirtschaften jährlich Milliardenumsätze. Zahlen des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks belegen zudem, dass diese tendenziell steigen. Grund zur Freude haben allerdings nur die wenigsten Betriebe, denn in der Branche läuft es alles andere als rund. Aktuelle Beispiele verdeutlichen, wie tief die Krise geht.
Einige stehen kurz vor der Pleite. Andere mussten schon schließen. In einem Insolvenzverfahren befindet sich unter anderem die Kette Rackls Backstubn bei München. Das traditionsreiche Unternehmen unterhält über 30 eigene Filialen. Nun ist die Rede von einem möglichen Verkauf. Die Bäckerei Breithaupt, die als zweitälteste Familienbäckerei Deutschlands gilt und in Darmstadt sitzt, schließt ihre Geschäfte ganz.
Die wahren Gründe: Deshalb geben immer mehr Betriebe auf
Es sind nicht nur hohe Lebensmittel- und Rohstoffpreise, die vielen Unternehmen in Deutschland zusetzen. Auch die Kosten für Energie und Mieten sind in den vergangenen Jahren regelrecht explodiert. Besonders besorgniserregend scheint für traditionsreiche Bäckereien zudem der Trend zu sein, dass viele Kunden die Backshops der Discounter und Supermärkte bevorzugen. Bei der Konkurrenz sind viele Backwaren günstiger ‒ und durch das Aufbacken oft sogar noch frisch.
Ein wesentliches Problem bleibt zudem die personelle Herausforderung. Obwohl der Zentralverband zuletzt eine positive Entwicklung bei der Zahl der Auszubildenden vermelden konnte, fehlt nach wie vor Fachpersonal. Auch in den kommenden Jahren stehen demnach viele Betriebe vor komplizierten Aufgaben, die es zu lösen gilt. Klar ist, dass ein Teil aufgrund der Schwierigkeiten wohl scheitern wird. Offen bleibt, wie hoch der Anteil ausfällt.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks, MafoWerk)














