
Immer weniger Menschen zahlen heutzutage noch mit Bargeld. Aus diesem und anderen Gründen bauen immer mehr Banken ihre Geldautomaten ab. Für viele Verbraucher stellt das jedoch ein großes Problem dar.
In Deutschland verschwinden zunehmend Geldautomaten aus dem Stadtbild. Banken bauen ihre Geräte an verschiedenen Standorten ab oder reduzieren deren Zahl. Ein wesentlicher Grund dafür ist das veränderte Zahlungsverhalten der Bevölkerung.
Bargeld verschwindet zunehmend aus dem Zahlungsverkehr
Einkäufe werden immer häufiger mit Giro- oder Kreditkarte sowie mit dem Smartphone bezahlt. Dadurch sinkt die Nachfrage nach Bargeld und damit auch nach Geldautomaten. Laut einer Pressemitteilung zur Zahlungsverkehrsstatistik der Deutschen Bundesbank vom Juli gab es 2025 11 Prozent mehr Kartenzahlungen als im Vorjahr. Immerhin geht es mit EC-Karte oder dem Smartphone deutlich schneller und bequemer an der Kasse – kein lästiges Kleingeld suchen, kein volles Portemonnaie. Trotz des Trends zum bargeldlosen Bezahlen ist Bargeld nicht verschwunden. Manche Verbraucher bevorzugen es aus Gründen der Übersicht über ihre Ausgaben oder aus Datenschutzgründen.
Zudem es gibt sie noch zu Genüge: Menschen, die auf Bargeld angewiesen sind. Genau für diese ist der Rückgang der Geldautomaten ein großes Problem. Besonders in ländlichen Regionen können längere Wege entstehen, wenn der nächste Geldautomat mehrere Kilometer entfernt liegt. Ältere Menschen oder Personen, die digitale Zahlungsmöglichkeiten aus verschiedenen Gründen nicht nutzen, sind davon besonders betroffen. Auch Menschen ohne eigenes Auto können Schwierigkeiten bekommen, wenn der öffentliche Nahverkehr zum nächsten Automaten schlecht ausgebaut ist.
Banken entfernen Geldautomaten aus guten Gründen
Die Geldinstitute bauen die Geld- und Überweisungsautomaten nicht aus einer spontanen Laune zurück. Hier spielt die Wirtschaftlichkeit eine wichtige Rolle. Der Betrieb eines Geldautomaten verursacht Kosten, etwa für Wartung, technische Betreuung, Miete und die regelmäßige Befüllung mit Bargeld. Hinzu kommen Sicherheitsmaßnahmen, die angesichts von Diebstählen und Sprengungen von Geldautomaten immer mehr Wichtigkeit erlangen. Wenn ein Gerät nur selten genutzt wird, lohnt sich sein Weiterbetrieb aus Sicht der Betreiber häufig nicht mehr.
Der Abbau von Geldautomaten zeigt deshalb einen Wandel im deutschen Zahlungsverkehr. Für Banken bedeutet er die Möglichkeit, Kosten zu senken und ihre Infrastruktur an das veränderte Nutzungsverhalten anzupassen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie die Versorgung mit Bargeld auch künftig flächendeckend gewährleistet werden kann. Eine wichtige Rolle könnten dabei gemeinschaftlich betriebene Automaten, Supermärkte oder andere Auszahlungsstellen übernehmen.
(Quellen: Deutsche Bundesbank, Bundeskriminalamt)














