Bildschirm ist schwarz: Öffentlich-rechtliche Sender verschwinden

Das Bild zeigt einen Fernseher, auf dem das Bild weg ist. Stattdessen ist ein Muster in Schwarz-Weiß zu sehen. Auf dem Fernseher ist ein rotes Schild, auf dem Abschaltung steht.
Symbolbild © imago/Bihlmayerfotografie

Wenn plötzlich der Bildschirm dunkel bleibt, sorgt das für Aufsehen: Weshalb öffentlich-rechtliche Sender verschwinden und welche überraschenden Folgen die große SD-Abschaltung für Millionen Haushalte bringt.

Millionen Haushalte müssen sich auf eine überraschende TV-Umstellung gefasst machen – und für einige wird es jetzt richtig teuer.

Das Ende der SD-Ära – wer jetzt handeln muss

Plötzlich bleibt der Fernseher dunkel, ZDF & Co. sind einfach weg. Erst auf den zweiten Blick zeigt sich, dass dahinter eine weitreichende Umstellung steckt, die das klassische Fernsehen in Deutschland endgültig verändern könnte. Seit dem 18. November verschwindet mit dem ZDF der letzte öffentlich-rechtliche Sender aus der SD-Welt. Die Hauptkanäle ZDF, ZDFinfo, ZDFneo, 3sat und KiKA werden seitdem ausschließlich in HD verbreitet. Für viele Zuschauer kein Problem – doch besonders in Haushalten mit Satelliten- oder Kabelanschluss könnte es plötzlich finster werden, wenn das Gerät nicht mehr mithält.

Während DVB-T2 schon seit 2017 auf HD setzt und die ARD zu Jahresbeginn ihre SD-Verbreitung komplett beendet hat, markiert der Schritt des ZDF nun das endgültige Aus der Standardauflösung im öffentlich-rechtlichen TV. Die Verbraucherzentrale beruhigt jedoch: Oft reicht es schon, die Programmliste zu prüfen oder einen Sendersuchlauf zu starten. Ist der Fernseher nicht älter als zehn bis zwölf Jahre, stehen die HD-Versionen meist längst bereit. Teuer wird es nur für Besitzer betagter Geräte. Dann braucht es einen externen HD-Receiver für rund dreißig Euro. Oder gleich einen neuen Fernseher, was die Verbraucherschützer mit Blick auf Stromkosten ohnehin empfehlen.

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Milliardenprojekt Reform – und was aus KiKA wirklich wird

Der Abschied von SD ist kein technischer Luxus, sondern folgt einer Empfehlung der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF), die das Sparpotenzial auf 13,7 Millionen Euro bezifferte. Zudem schaut heute ein Großteil des Publikums ohnehin in HD – oder gleich online. Brisant wird es jedoch rund um KiKA: Seit Monaten kursieren Gerüchte über eine mögliche Einstellung des Kindersenders. Tatsächlich planen die Bundesländer eine umfassende Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Weniger Programme, mehr Digitalisierung, Abbau von Doppelstrukturen – so der Plan. Welche Sender am Ende wirklich bleiben, entscheiden ARD und ZDF selbst.

KiKA soll langfristig ins reine Onlinezeitalter wechseln. Ab 2029, spätestens 2033, könnte der Sender nicht mehr klassisch im TV laufen, sondern nur noch über Mediatheken oder Apps erreichbar sein. Eine Übergangsphase soll klären, wie das Angebot digital aufgestellt wird.

(Quellen: Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, HD-Umstellung, dpa)