Comeback: Capri-Sun will Kult-Plastikstrohhalm zurückholen

In einem Regal stehen viele Packungen von Capri Sun in den klassischen Sorten Orange und Multi Vitamin. Der Saft ist bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen beliebt.
Symbolbild © imago/Manfred Segerer

Nach viel Kritik von Verbrauchern plant Capri-Sun, seinen Kult-Plastikstrohhalm zurückzuholen. Der Kampf um ein Comeback gestaltet sich für den Getränkehersteller jedoch komplizierter als erhofft. Auch das Ergebnis einer Petition dürfte viele nun überraschen.

Fans der süßen Getränke wünschen sich den Plastikstrohhalm zurück. Auch Capri-Sun reagiert, scheitert bislang jedoch an einigen Hürden.

Strohhalm aus Papier sorgt bei vielen Verbrauchern für Unmut

Ob Kirsche, Orange oder die Sorte Cola – fast jeder kennt Capri-Sun. Für viele sind die Trinkbeutel eine unvergessliche Kindheitserinnerung. Auch zuckerfreie Varianten sind inzwischen erhältlich, um noch mehr Verbraucher anzulocken. Eine Sache hat in den vergangenen Jahren allerdings für reichlich Wirbel gesorgt. Bis heute ruft sie verschiedene Reaktionen hervor: Plastikstrohhalme gibt es beim Kult-Getränkehersteller inzwischen nicht mehr.

In den sozialen Medien reagieren Konsumenten bislang unterschiedlich auf die Umstellung. Bereits seit 2021 verwendet Capri-Sun Papierstrohhalme statt des Einwegplastikprodukts. Insgesamt sehnen sich viele nach dem ursprünglichen Material zurück: „Seit es Pappe gibt, kaufe ich die sehr selten“, teilt ein Instagram-Nutzer etwa mit. „Bitte wieder Plastik“, schreibt eine andere Person.

Capri-Sun will Kult-Plastikstrohhalm zurück ‒ doch Petition scheitert

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Viele empfinden die neue Variante als unpraktisch, kritisieren außerdem den Papiergeschmack und dass der Strohhalm schnell weich werden würde. Die Kritik nimmt Capri-Sun ernst und strebt seit 2024 eine Rückkehr zum Plastikhalm an. Doch die EU-Einwegkunststoff-Richtlinie macht dem Getränkehersteller nach wie vor einen Strich durch die Rechnung. Mit der Hilfe einer Petition wollte der Getränkeanbieter deshalb genügend Unterschriften sammeln, um eine Genehmigung der EU zu erhalten. Das hat bisher offenbar nicht ganz so gut funktioniert: Es sollten eine Million Unterschriften werden, jedoch sind weniger als 169.000 zusammengekommen.

Capri-Sun strebt einen Strohhalm aus dem Kunststoff Polypropylen an. Auch die Verpackung des Getränks wird aus diesem Material hergestellt. Auf diese Weise sei es möglich, den Getränkebeutel samt Strohhalm besser zu recyceln. Das Unternehmen mit Ursprüngen in Eppelheim bei Heidelberg stünde zudem im Austausch mit der EU-Kommission. Ob sich tatsächlich eine Änderung ergeben wird und ob eine Rückkehr zum Plastikprodukt gelingt, bleibt vorerst wohl unklar.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, DER SPIEGEL, SWR, Deutsche Umwelthilfe, Verbraucherzentrale)