
Eine deutsche Kultmarke wird nun verkauft und landet ausgerechnet in den Vereinigten Staaten. Ein US-Konzern, ebenfalls ein Riese auf seinem Gebiet, lässt sich diese Möglichkeit nicht entgehen.
Eine deutsche Kultmarke hat zuletzt ordentlich kämpfen müssen und wird nun verkauft. Sowohl der Konzern als auch der US-Gigant, der nun zuschlagen will, erkennen diese Chance, die für beide Seiten ein Gewinn ist.
Eine weitere Branche in Deutschland muss ums Überleben kämpfen
Während ältere Generationen noch gerne Hochprozentiges getrunken haben, hat sich diese Lebensweise deutlich geändert. Nach Daten des Bundesverbands der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure lag der jährliche Verbrauch von Spirituosen in den 1980er-Jahren noch bei etwa acht Litern pro Kopf. Bis 2024 ist dieser Wert auf 5,0 Liter gesunken. Vor allem jüngere Generationen achten stärker auf ihre Gesundheit und verzichten bewusst auf Alkohol. Zwei Drittel der Deutschen stellen fest, dass ihr Umfeld insgesamt weniger trinkt. Viele konsumieren Spirituosen nur noch zu besonderen Anlässen.
Wenn Hochprozentiges gekauft wird, greifen Verbraucher vermehrt zu hochwertigen Produkten. Der Trend geht zu Klasse statt Masse, wobei die Marke und die bewusste Genussqualität eine wichtigere Rolle spielen als ein niedriger Preis. Die Diskussionen um schärfere Regeln belasten das Image zusätzlich. Ärzteverbände und Suchtforscher fordern regelmäßig höhere Alkoholsteuern sowie Werbeverbote oder die Verbannung von hartem Alkohol aus regulären Supermarktregalen. Diese Punkte haben enorme Auswirkungen auf die Branche, die mit massiven Umsatzeinbußen zu kämpfen hat.
Deutsche Kultmarke wird verkauft – in die USA
So erging es in den letzten Jahren auch dem niedersächsischen Spirituosen-Hersteller Berentzen, der unmittelbar vor der Übernahme durch den US-amerikanischen Branchenriesen Sazerac steht. Beide Unternehmen haben eine entsprechende Zusammenschlussvereinbarung unterzeichnet. Sazerac bietet 5,55 Euro je Aktie in bar für die Berentzen-Gruppe. Das entspricht einem Gesamtwert von rund 53,3 Millionen Euro und liegt satten 68 Prozent über dem Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate. Beide Seiten unterstützen das Angebot aktiv und sprechen von einer hervorragenden Chance für die Internationalisierung und das künftige Wachstum.
Der Konzern, bekannt für Berentzen Apfelkorn, Puschkin Vodka, aber auch die Softdrinks Mio Mio und Sinalco, musste erst kürzlich seine Jahresziele drastisch senken. Der Betriebsgewinn sank im ersten Halbjahr 2026 um über 80 Prozent auf magere 600.000 Euro. Sazerac , das der Besitzer von Marken wie Southern Comfort und Buffalo Trace ist, plant, die deutschen Standorte weiterzuführen. Man will sie ausbauen und künftig auch eigene US-Marken über das europäische Vertriebsnetz von Berentzen produzieren und vertreiben.
(Quellen: Berentzen, dpa)














