Deutsche verlieren Lust auf Alkohol – Bierkonsum bricht weiter ein

Eine weibliche Servicekraft in einem Festzelt stemmt fünf Maßkrüge mit Bier und trägt sie von der Schenke zu den Tischen.
Symbolbild © imago/Ralph Peters

Eigentlich ist Deutschland die Biertrinker-Nation schlechthin. Nun aber verlieren viele Deutsche scheinbar die Lust auf Alkohol und der Bierkonsum bricht laut neuesten Zahlen weiter ein. Was dahintersteckt, hätte man vor wenigen Jahrzehnten kaum ahnen können.

Menschen trinken heute seltener Alkohol als früher. Doch nicht alle, sondern nur eine bestimmte Gruppe. Trotzdem kann man auch allgemein sagen, dass Deutsche die Lust am Bierkonsum und an alkoholischen Getränken im Vergleich zu früher deutlich verloren haben.

So wenige Menschen wie nie trinken regelmäßig Alkohol

Der Umgang junger Menschen mit Alkohol verändert sich. Die neue Drogenaffinitätsstudie des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit zeigt für 2025 einen historischen Tiefstand beim regelmäßigen Konsum. Befragt wurden 7.001 Menschen zwischen 12 und 25 Jahren. Bei den 18- bis 25-Jährigen trinken 25 Prozent mindestens einmal pro Woche Alkohol. 2004 lag der Anteil noch bei 43,6 Prozent. Auch Jugendliche kommen später damit in Kontakt: Nur 6,8 Prozent der 12- bis 17-Jährigen trinken wöchentlich.

Bemerkenswert ist auch der Blick auf die ersten Erfahrungen. 2025 hatten 58,9 Prozent der 12- bis 17-Jährigen überhaupt schon einmal Alkohol getrunken. 2001 waren es noch 87 Prozent. Das erste Glas kommt im Durchschnitt mit etwa 15 Jahren. Damit setzt sich langfristig ein klarer Trend fort in Deutschland. Weniger regelmäßiger Konsum bedeutet jedoch nicht automatisch, dass riskante Trinkmuster verschwinden. Genau hier wird die Studie besonders interessant.

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Der Rückgang hat eine auffällige Ausnahme

Beim Rauschtrinken bleibt die Entwicklung deutlich problematischer. 2025 berichten 45,8 Prozent der jungen Männer und 26,1 Prozent der jungen Frauen zwischen 18 und 25 Jahren von mindestens einer solchen Situation in den vergangenen 30 Tagen. Als Rauschtrinken gelten dabei mindestens fünf beziehungsweise vier Gläser bei einer Gelegenheit. Bei jungen Frauen geht der Anteil gegenüber der vorherigen Erhebung zurück. Bei jungen Männern bleibt er dagegen auf vergleichsweise hohem Niveau. Das zeigt, dass weniger regelmäßiges Trinken und weniger riskanter Konsum zwei unterschiedliche Entwicklungen sind.

Für Jugendliche ist Alkohol dabei natürlich besonders problematisch, weil sich das Gehirn noch weiterentwickelt. Größere Mengen können unter anderem Reaktion, Koordination und Gedächtnis beeinträchtigen. Das Risiko für Unfälle und Alkoholvergiftungen steigt dabei ebenfalls. Unterm Strich gibt es deshalb Fortschritte, aber keine vollständige Entwarnung. Junge Menschen trinken seltener und beginnen später. Beim Rauschtrinken bleibt jedoch weiterhin ein Bereich, in dem Prävention besonders wichtig ist.

(Quellen: Destatis, DBB)