Dunkle Wolken bei Otto: Versandriese streicht Hunderte Jobs

Moderne Glasfassade eines Bürogebäudes bei Dämmerung. Der rote Schriftzug "OTTO" leuchtet hell auf dem dunklen Dachaufbau des Gebäudes. Im Vordergrund sind Äste und Blätter eines Baumes zu sehen.
Symbolbild © istockphoto/Fotostand

Es ist ein radikaler Schritt, den der Konzern jetzt geht: Versandriese Otto streicht zahlreiche Stellen. Bereits im Jahr 2025 mussten Mitarbeiter gehen. Nun setzt der Handelsgigant seinen knallharten Sparkurs offenbar weiter fort.

Der Otto-Konzern verschärft seinen Sparkurs. Hunderte Vollzeitstellen sollen entfallen ‒ für Arbeitnehmer ein harter Einschnitt, der für massive Verunsicherung sorgen dürfte.

Harter Kurs bei Otto: Versandriese streicht Stellen

Seit über 75 Jahren gibt es das Unternehmen bereits ‒ und als europaweit erfolgreicher Handelsgigant ist die Otto Group kaum noch wegzudenken. Neben der Hauptmarke Otto gehören Onlineshops wie Bonprix und About You zum Konzern. Eigenen Angaben nach belief sich der gesamte Onlineumsatz des Händlers im Geschäftsjahr 2023/24 auf etwa 15 Milliarden Euro. Trotz des Erfolgs fährt der Handelsriese jetzt allerdings einen harten Sparkurs.

Zahlreiche Jobs sollen gestrichen werden ‒ ein Schritt, der nicht ganz typisch für das Unternehmen sei, heißt es in aktuellen Berichten. Rund 110 Millionen Euro will Otto mithilfe der Umstrukturierung einsparen. Vor allem für Beschäftigte bedeutet die radikale Änderung wohl große Unsicherheiten, denn bislang sind nicht alle Details bekannt. Die Zahl der Vollzeitstellen, die mindestens entfallen sollen, liegt inzwischen jedoch vor.

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Nicht der erste Abbau: Hunderte mussten bereits gehen

Bereits im Jahr 2025 mussten zahlreiche Otto-Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze räumen. Betroffen waren rund 480 Beschäftigte im Kundenservice. Hintergrund war der dramatische Einbruch beim Telefonkontakt: Die Anrufe gingen laut Unternehmensangaben stark zurück, weil Kunden häufiger digitale Angebote nutzen. Nun sieht die aktuelle Planung erneut einen Stellenabbau vor, der knapp 460 Arbeitsplätze betreffen soll.

Mit dem Betriebsrat habe man für diesen Entschluss mehrere Monate verhandelt. Es geht vor allem um Stellen am zentralen Standort Hamburg. Hinter dem Umbau steht die umfassende Neuausrichtung des Geschäftsmodells, um konkurrenzfähig zu bleiben. Demnach will Otto verstärkt auf den digitalen Marktplatz setzen und weg vom traditionellen Versandhandel. Asiatische Konkurrenten wie Shein und Temu erhöhen den Druck. Wie viele Arbeitsplätze künftig noch entfallen werden und ob der Abbau sozialverträglich ausfällt, zeigt die Zeit.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, dpa, Hamburger Abendblatt, Retail News)