Dunkle Wolken: Deutsche Discounterkette schließt nun 50 Filialen

Die Produkte bei dem Geschäft Kodi sind stark reduziert. Vor dem Geschäft stehen mehrere Körbe mit den Artikeln und Preisschildern des Discounters.
Symbolbild © imago/Presse-Photo Horst Schnase

Die angespannte Lage im Einzelhandel trifft inzwischen selbst die Discounter, die lange Zeit als krisenfeste Anker des Marktes galten. Doch steigende Betriebskosten und eine wachsende Kaufzurückhaltung zwingen indessen auch die Großen der Branche, den Rotstift drastisch anzusetzen.

Insolvenzwelle setzt deutschen Einzelhandel weiter unter Druck

Die angespannte Situation zeigt sich auch an der Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland. Seit geraumer Zeit müssen immer mehr Firmen aufgeben oder ein Insolvenzverfahren einleiten, weil sich finanzielle Probleme nicht mehr aus eigener Kraft lösen lassen. Besonders der Einzelhandel zählt zu den Branchen, die unter der schwierigen Wirtschaftslage leiden. Steigende Betriebskosten treffen dort auf eine zurückhaltende Nachfrage, sodass sich wirtschaftliche Schwierigkeiten oft über Monate hinweg verschärfen. Viele Unternehmen suchen deshalb nach Wegen, ihre Strukturen anzupassen oder Kosten zu senken, um ihre Zukunft zu sichern.

50 Filialen betroffen: Discounter gerät in Schieflage

Lesen Sie auch
Neue Betrugsmasche: Nachbarland warnt vor Falle

Die wirtschaftlichen Probleme treffen längst nicht mehr nur kleinere Händler oder einzelne Fachgeschäfte. Auch Discounter geraten zunehmend unter Druck, obwohl sie lange als vergleichsweise krisenfest galten. Selbst günstige Preise reichen inzwischen nicht immer aus, um die gestiegenen Belastungen auszugleichen. Deshalb müssen auch Unternehmen aus diesem Marktsegment ihre Geschäftsmodelle überprüfen und Einsparungen vornehmen. Für Beschäftigte und Kunden wächst dadurch die Unsicherheit, denn Filialschließungen oder andere Veränderungen lassen sich in vielen Fällen nicht mehr ausschließen.

Nun kämpft auch der Non-Food-Discounter Kodi erneut um seine Zukunft. Das Unternehmen hat beim Amtsgericht Halle (Saale) ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt und steht damit bereits zum zweiten Mal seit 2024 vor einer existenziellen Herausforderung. Nach Angaben von Geschäftsführer Fabian Grund soll das Filialnetz deutlich kleiner werden. Von derzeit 150 Standorten sollen rund 50 wegfallen, wodurch auch zahlreiche Arbeitsplätze gefährdet sind. Welche Filialen letztlich schließen, steht allerdings bislang nicht fest. Zunächst setzt Kodi den Geschäftsbetrieb an allen Standorten unverändert fort.

(Quellen: dpa, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)