Edeka schaltet plötzlich Licht und Musik aus – das steckt dahinter

Eine Hand betätigt im Dunkeln nachts einen weißen Lichtschalter an einer weißen Wand. Die Person will gerade das Licht in der Wohnung oder im Haus anmachen um besser sehen zu können.
Symbolbild © istockphoto/JMWScout

Supermärkte versuchen immer wieder, mit besonderen Aktionen die Aufmerksamkeit ihrer Kunden zu gewinnen. Nun schaltet Edeka plötzlich Musik und Licht zu einem ganz besonderen Anlass aus und überrascht nichtsahnende Kunden.

In einem unscheinbaren deutschen Edeka-Supermarkt wird es plötzlich dunkler und stiller. Dahinter steckt kein technischer Defekt, sondern eine ungewöhnliche Idee für Kunden. Edeka schaltet Licht und Musik nicht etwa aus Kostengründen aus, sondern um auf etwas ganz Besonderes aufmerksam zu machen.

Hier wartet Edeka mit einem ganz besonderen, neuen Konzept auf

Supermärkte sind für viele Menschen ganz normale Einkaufsorte. Gleichzeitig prasseln dort ständig Reize auf Besucher ein: Gespräche, Einkaufswagen, Kassen, Kühlgeräte, Musik und helle Beleuchtung. Für manche Kunden kann diese Mischung schnell anstrengend werden. Ein Edeka-Markt in Germering bei München reagiert darauf mit einem besonderen Test. Mittwochs zwischen 14 und 16 Uhr reduziert das Team bewusst die Geräuschkulisse und dimmt die Beleuchtung. Auch das Einräumen von Waren pausiert in dieser Zeit.

Das Konzept richtet sich besonders an Menschen, die empfindlich auf Reize reagieren. Dazu können unter anderem Personen mit Autismus oder ADHS gehören. Der Bundesverband Autismus Deutschland beschreibt Geräusche, Licht und Menschenmengen als mögliche sensorische Belastungen. Wer selbst einen ruhigeren Einkauf bevorzugt, kann unabhängig davon weniger frequentierte Zeiten nutzen. Auch kurze Einkaufslisten und vorbereitete Wege durch den Markt helfen, den Aufenthalt überschaubarer zu machen. Genau für solche Kunden soll der neue Ansatz interessant werden.

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Edeka schaltet plötzlich Licht und Musik aus – jetzt zeigt sich der Unterschied

Während der „Stillen Stunde“ läuft keine Hintergrundmusik. Durchsagen entfallen, Waren werden nicht eingeräumt und das Licht bleibt nur so hell wie nötig. Komplett lautlos wird es trotzdem nicht. Kühlanlagen, Gespräche und Scanner sind weiterhin zu hören. Gerade der Wegfall zusätzlicher Geräusche kann einen Unterschied machen. Eine ruhigere Umgebung kann Menschen mit hoher Reizempfindlichkeit dabei helfen, sich stärker auf den eigentlichen Einkauf zu konzentrieren. Auch weniger Gedränge kann die Belastung reduzieren.

Der Mittwoch ist bewusst gewählt. Dann treffen keine Lieferungen ein und auch externe Einräumteams arbeiten nicht im Markt. Zudem gilt der Nachmittag als vergleichsweise ruhig. Die Filiale kann das Konzept dadurch umsetzen, ohne den normalen Ablauf an stark frequentierten Tagen zu beeinträchtigen. Der Markt möchte den Versuch zunächst bis Ende 2026 beobachten. Bei anhaltend positiver Resonanz könnte später ein zweiter Termin hinzukommen. Für Kunden ist die Regel damit einfach: Wer die ruhigere Einkaufsatmosphäre ausprobieren möchte, hat jeden Mittwoch zwei Stunden dafür.

(Quellen: Edeka)