Einkaufen wird immer teurer – ausgerechnet Billigmarken legen zu

In einer großen Kaufland-Filiale tummeln sich viele Menschen, die ihre Lebensmittel einkaufen. Einige warten an der Kasse, bis sie an der Reihe mit dem Bezahlen sind, während ein Kassenmitarbeiter die Produkte scannt.
Symbolbild © imago/Funke Foto Services

Das Einkaufen wird in Deutschland immer teurer. Womit kaum ein Verbraucher rechnet: Ausgerechnet die Billigmarken legen preislich ordentlich zu. Deshalb sollten die Bürger unbedingt richtig schauen.

Ausgerechnet die Billigmarken legen preislich zu und verunsichern damit die Bevölkerung. Auswertungen haben nun auch noch eine andere unangenehme Überraschung ergeben.

Günstiger als Markenprodukte: Deshalb gibt es die Eigenmarken

Eigenmarken in Discountern und Supermärkten existieren in allererster Linie, um die Gewinnmargen der Händler zu erhöhen und eine günstige Alternative zu teuren Markenprodukten zu bieten. Diese Produkte, auch Handelsmarken genannt, werden im Auftrag der Ketten produziert und unter eigenen Namen wie Ja!, Gut & Günstig oder Milbona vertrieben.

Obwohl Eigenmarken für den Kunden deutlich günstiger sind, verdient der Supermarkt oder Discounter oft prozentual mehr daran als an bekannten Markenprodukten. Bei großen Herstellern diktiert die Marke den Einkaufspreis. Bei Eigenmarken verhandelt man direkt mit den Produzenten und kann die Produktionskosten drücken, was zu einer höheren Netto-Marge führt. Markenhersteller investieren Millionen in Fernsehwerbung, Marktforschung, Produktentwicklung und aufwendige Verpackungsdesigns. Diese Kosten fließen in den Endpreis des Markenprodukts ein. Bei Eigenmarken entfällt dieser Kostenfaktor. Über ein gestaffeltes Eigenmarken-System können Supermärkte alle Kundengruppen gleichzeitig bedienen, ohne dass das Image des Ladens leidet.

Ausgerechnet Billigmarken legen zu: Experten raten zur Aufmerksamkeit

Die Preise von Eigenmarken steigen oft prozentual stärker als die von Markenprodukten, weil Händler den anhaltenden Nachfrageboom ausnutzen und die Margen bei vermeintlich billigen Basisartikeln unauffällig erhöhen. Ein Phänomen, das als „Cheapflation“ bekannt ist. Verbraucher lernen über die Zeit, dass eine Eigenmarke im Vergleich zur Herstellermarke fast immer die günstigste Option im Regal darstellt. Supermärkte und Discounter nutzen dieses verankerte Vertrauen aus. Kleinere Preiserhöhungen bei No-Name-Artikeln fallen im Gesamteinkaufskorb seltener sofort auf als Preissprünge bei bekannten, ohnehin teuren Markenartikeln.

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Um auf die veränderte Preisstrategie bei Eigenmarken zu reagieren und die eigenen Haushaltsausgaben effektiv zu senken, helfen strategische Verhaltensweisen beim Wocheneinkauf. Maßgeblich ist ausschließlich der gesetzlich vorgeschriebene Grundpreis, ausgewiesen in Euro pro Kilogramm oder Liter, direkt auf dem Etikett am Regalboden. Denn Packungsgrößen können täuschen. Durch die starke Teuerung bei Eigenmarken kommt es immer häufiger vor, dass ein reduziertes Markenprodukt im Sonderangebot einen günstigeren Grundpreis aufweist als die vermeintlich billige Eigenmarke im Standardregal. Haltbare Lebensmittel sollten zudem auf Vorrat gekauft werden, sobald sie im Prospekt drastisch reduziert sind. Günstigere Basisartikel und verbliebene Einstiegs-Handelsmarken lagern meist ganz unten in der Bückzone oder ganz oben in der Reckzone. Ein bewusster Blick auf die unteren Regalböden spart bares Geld.

(Quellen: ZDF, Destatis)