
Kunden in Hessen könnten beim Einkaufen schon bald wieder Auswirkungen des Tarifstreits spüren. Ver.di droht mit weiteren Streiks im Einzelhandel. Neben Supermärkten können auch Modegeschäfte, Möbelhäuser und andere große Handelsketten betroffen sein.
Seit Monaten verhandeln Gewerkschaft und Arbeitgeber über höhere Löhne für rund 240.000 Beschäftigte im hessischen Einzel- und Versandhandel. Eine Einigung fehlt weiterhin. Jetzt wächst die Gefahr weiterer Arbeitsniederlegungen.
Streiks in Supermärkten – Mitarbeiter gehen auf die Straße für mehr Geld
Ver.di fordert für die Beschäftigten 250 Euro mehr im Monat, unabhängig von der jeweiligen Entgeltgruppe. Auszubildende sollen monatlich 150 Euro zusätzlich erhalten. Die Arbeitgeber haben ihr Angebot im Laufe der Verhandlungen verbessert, konnten die Gewerkschaft damit bislang aber nicht überzeugen. Ver.di kritisiert unter anderem die lange Laufzeit und Monate ohne eine tatsächliche Lohnerhöhung. Weitere Streiks sollen den Druck vor den nächsten Verhandlungen erhöhen. Welche Unternehmen und Filialen teilnehmen, entscheidet sich jeweils mit den konkreten Streikaufrufen.
Für Kunden bedeutet ein Streik nicht automatisch verschlossene Türen. Bei vergangenen Aktionen öffneten viele Geschäfte trotz Arbeitsniederlegung, mussten allerdings mit weniger Personal auskommen. Dadurch können weniger Kassen besetzt sein und längere Schlangen entstehen. Auch Bedientheken oder einzelne Abteilungen können zeitweise geschlossen bleiben. Auswirkungen sind zudem in der Warenversorgung möglich, wenn Beschäftigte in Lagern und Verteilzentren streiken. Lieferungen können sich dann verzögern. Flächendeckend leere Supermarktregale müssen Verbraucher deshalb aber nicht befürchten.
Einkaufen kann in einigen Orten zum Problem werden
Wer einen größeren Einkauf plant, sollte bei angekündigten Streiktagen kurz prüfen, ob die gewünschte Filiale normal öffnet. Händler informieren häufig kurzfristig über Einschränkungen. Hamsterkäufe sind nicht notwendig, denn selbst größere Arbeitskämpfe legen nicht automatisch den gesamten Einzelhandel lahm. Wie lange die Unsicherheit anhält, hängt von den weiteren Tarifverhandlungen ab. Solange beide Seiten keinen Abschluss erreichen, kann ver.di jederzeit zu neuen Aktionen aufrufen. Für Kunden bleiben damit vor allem längere Wartezeiten, eingeschränkte Angebote oder vereinzelt geschlossene Geschäfte möglich.
(Quellen: ver.di Hessen, Handelsverband Hessen)














