
Schock, Ekel, Vernichtung – diesen Ablauf kennen wohl die meisten, wenn sie auf dieses Tier treffen, das sich in den Wohnungen rasant ausbreitet. Doch zertreten sollte man es auf keinen Fall, sagen Experten.
Dieses eklige Tier breitet sich in deutschen Wohnungen aus. Dem ersten Impuls, es einfach zu erschlagen oder zu zertreten, sollte man allerdings nicht nachgeben. Dies hat einen wichtigen Grund.
Der Herbst zieht ein – und mit ihm zeigen sich neue Bewohner im Haus
Mit dem Beginn der kühleren und feuchteren Herbsttage suchen viele Tierarten Schutz, Wärme und Nahrung in menschlichen Wohnungen. Die meisten von ihnen sind völlig harmlos und gelten biologisch gesehen als „Überwinterer“ oder „Zivilisationsfolger“. Neben zahlreichen Spinnen, die Schutz und Wärme bei uns suchen, gibt es noch andere Bewohner, die sich in unsere vier Wände verirren. Dazu zählen auch die Mäuse, die sich beim Menschen auch etwas Fressbares erhoffen. Zudem verirren sich auch die Graue Gartenwanze und die grüne Stinkwanze in unser Zuhause. Letztere sollte man auf keinen Fall zertreten oder mit dem Staubsauger aufnehmen.
Tier breitet sich in Wohnungen aus – „Bloß nicht zertreten oder anders töten“
Obwohl sein Name und seine extrem langen 15 Beinpaare etwas anderes vermuten lassen, ist der Spinnenläufer keine Spinne, sondern ein Hundertfüßer. Durch den fortschreitenden Klimawandel breitet er sich seit einigen Jahren von Südeuropa aus immer weiter nach Norden und damit flächendeckend in Deutschland aus. Er hält sich vor allem deshalb in unseren Wohnungen auf, weil er dort optimale Bedingungen findet, die seinem ursprünglichen Lebensraum im warmen Mittelmeerraum ähneln: Wärme, Feuchtigkeit und ein reichhaltiges Nahrungsangebot.
Zwar mutet sein Anblick eklig an. Allerdings ist er für uns Menschen nicht nur ungefährlich, sondern auch extrem nützlich. Spinnenläufer sind hocheffiziente, pfeilschnelle Raubtiere. Sie erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 1,5 km/h. Sie bauen keine Netze, sondern lauern ihrer Beute nachts auf. In Wohnungen jagen sie genau die Insekten und Krabbeltiere, die wir dort ebenfalls nicht haben wollen. Auf ihrem Speiseplan stehen Silberfischchen, ihre absolute Leibspeise, Fliegen und Mücken, Motten und deren Larven, Spinnen und Kellerasseln. Deshalb sollte man einfach wegschauen und sie ihre Arbeit machen lassen. Zudem begegnet man ihnen sowieso kaum, denn die kleinen Tierchen sind nachtaktiv und menschenscheu.
(Quellen: NABU, LIB, Naturkundemuseum Karlsruhe)














