
Bäckereien gibt es viele und einige versuchen sich auch an einem neuen, modernen Konzept, um Kunden anzulocken. Nun streicht aber eine erfolgreiche Bäckerei überraschend das Wort „vegan“ aus ihrem Namen und jeder fragt sich, wieso.
Aus einer kleinen veganen Bäckerei ist ein wachsendes Unternehmen geworden. Dahinter steckt eine Strategie, die weit über Gipfeli hinausgeht. Und dass diese erfolgreiche Bäckerei „vegan“ aus dem Namen streicht, überrascht dann doch viele.
Vom veganen Geheimtipp zum Geschäft mit großen Plänen
2019 startete Bakery Bakery in der Schweiz mit einem klaren Konzept: Backwaren ohne tierische Zutaten. Heute ist daraus ein Filialunternehmen mit Standorten in mehreren Städten geworden. Die Expansion fällt dabei in eine Zeit, in der pflanzliche Ernährung längst nicht mehr nur eine kleine Nische ist. Laut aktuellen Schweizer Marktdaten haben bereits 57 Prozent der Bevölkerung vegane Alternativen ausprobiert. Bakery Bakery ist inzwischen in Bern, Zürich, Basel, Luzern und Winterthur vertreten. Fast 200 Beschäftigte gehören zum Unternehmen. Die neueste Filiale liegt im Berner Hauptbahnhof – also genau dort, wo täglich besonders viele Menschen unterwegs sind.
Das Wachstum verändert auch die Produktionsabläufe. Die Nachfrage überstieg zeitweise die Möglichkeiten der eigenen Herstellung. Deshalb werden beliebte Produkte wie Gipfeli und Zimtschnecken derzeit teilweise von externen Partnern gefertigt und anschließend in den Filialen aufgebacken. Für die weitere Entwicklung soll sich das ändern. Bakery Bakery plant eine eigene Produktionsstätte in Bern-Bümpliz. Ziel ist, künftig rund 70 Prozent des Sortiments selbst herzustellen. Unterstützt wird das Unternehmen unter anderem durch das fenaco-Startup-Umfeld Sproudz, das jungen Lebensmittelunternehmen Infrastruktur, Logistik und Branchenkontakte bietet.
Bakery Bakery: Warum jetzt ausgerechnet das „vegan“ verschwindet
Besonders interessant ist der neue Markenauftritt. Seit dem Rebranding steht „vegan“ nun nicht mehr im Logo. Das Sortiment bleibt zwar vollständig pflanzlich, die Marke soll aber offenbar weniger stark über eine bestimmte Ernährungsform definiert werden. Das passt zu einem Markt, der breiter geworden ist. In der Schweiz reduziert ein großer Teil der Bevölkerung bewusst den Konsum tierischer Produkte. Damit wächst die Zielgruppe über klassische Veganer hinaus.
Finanziell soll die Expansion dabei langfristig Früchte tragen. 2025 erreichte Bakery Bakery nach eigenen Angaben rund zehn Millionen Franken Umsatz und war operativ bereits profitabel. Wegen weiterer Investitionen werden zunächst jedoch nochmals Verluste erwartet. Das Ziel ist ambitioniert: 20 bis 30 Filialen in der Schweiz hält die Unternehmensführung für realistisch. Dabei sollen sowohl stark frequentierte Bahnhöfe als auch kleinere Quartierstandorte zum Konzept gehören. Aus der veganen Bäckerei von 2019 soll damit eine deutlich breiter positionierte Schweizer Marke werden.
(Quellen: Bakery Bakery)














