
Die Ernte bricht in vielen Teilen Deutschlands massiv ein. Bei bestimmten Lebensmitteln drohen deshalb nun sogar Engpässe in der Versorgung. Auch die Bundesregierung sieht mittlerweile dringenden Handlungsbedarf.
Den Bürgern drohen bei Lebensmitteln erneut Engpässe. Schon seit Längerem warnen die Landwirte vor massiven Ernteausfällen. Die Hitze und anhaltende Dürre haben viele Ernten vernichtet.
Ernteausfälle in Deutschland: Landwirte warnen schon seit Monaten
Die Erntebilanz der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland verzeichnet spürbare Einbußen und fällt insgesamt unterdurchschnittlich aus. Hauptursache dafür ist eine extreme Hitze- und Dürreperiode, die ab Mitte Juni zu einer Notreife vieler Kulturen und regional massiven Schäden führte.
Die amtliche Erntemenge von Getreide sank auf rund 37,4 Millionen Tonnen, ein Rückgang von 7,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die wichtigste Sorte, der Winterweizen, verzeichnete durch die Trockenheit während der Kornfüllungsphase ein Minus von über zehn Prozent. Bei den Herbstkulturen von Kartoffeln und Zuckerrüben kam es in einigen Regionen zu dramatischen Einbrüchen. Der Ertrag von Kartoffeln brach im Vorjahresvergleich um fast 25 Prozent ein. Ganz abgesehen von dem wirtschaftlichen Schaden für die Bauern.
Bei Lebensmitteln drohen Engpässe: Folgen sind noch weitreichender
Nachdem Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer in diesem Monat aufgrund der Dürreschäden eine „Krise von nationaler Tragweite“ ausgerufen hat, greifen staatliche Akut-Maßnahmen im Gesamtwert von bis zu einer Milliarde Euro. Da für Extremwetterhilfen regulär die Bundesländer zuständig sind, ermöglicht erst diese offizielle Einstufung eine direkte finanzielle Beteiligung des Bundes.
Betroffene Betriebe erhalten Zugang zu zinsgünstigen Überbrückungskrediten, um laufende Fixkosten trotz der Einnahmeausfälle decken zu können. Ein bereits bestehender Sonderrahmen der Rentenbank wurde auf ein Gesamtvolumen von 200 Millionen Euro aufgestockt. Ein von der Europäischen Union bereitgestelltes Budget in Höhe von 60 Millionen Euro wird direkt an die Betriebe weitergeleitet. Um bürokratischen Aufwand zu minimieren, zahlen die Agrarministerien der Bundesländer diese Gelder Ende 2026 bzw. Anfang 2027 als pauschale Hektarprämien aus. Zudem können die Landwirte bei der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau ab sofort die Stundung ihrer laufenden Sozialversicherungsbeiträge beantragen. Außerdem gibt es Erleichterungen bei den Steuervorauszahlungen.
(Quellen: BMLEH, AMI)














