Erste Auswirkungen: Deutscher Kult-Getränkehersteller ist insolvent

Eine Brauerei mit alten Kesseln. Hier werden Getränke, vor allem Bier, nach alter Tradition hergestellt. Nach dem Gären in den Kesseln wird das Bier in Flaschen abgefüllt und kommt in den Handel und in die Supermärkte.
Symbolbild © imago/Zoonar

Ein deutscher Kult-Getränkehersteller ist insolvent und zeigt damit einmal mehr, dass die Branche tief in der Krise steckt. Die ersten Auswirkungen sind bereits deutlich erkennbar.

Dass die Branche schwächelt, zeigte sich bereits im letzten Jahr. 2026 ist nun ein weiterer deutscher Kult-Getränkehersteller insolvent. Die Auswirkungen der Krise sind deutlich spürbar und für die betroffenen Unternehmen kaum zu bewältigen.

Kaum mehr zu verhindern: Branche kann Pleiten nicht abwenden

Schon seit einigen Jahren, genauer gesagt seit der Coronakrise, zeigen sich die Auswirkungen für die Branche deutlicher denn je. Dabei zählte dieses Kult-Getränk der Deutschen einmal zu den beliebtesten Drinks überhaupt. Selbst im Ausland stellte man sich einen Deutschen stets mit einer der Flaschen in der Hand vor. In den letzten Jahren jedoch scheint sich das Bild zu wandeln – sehr zum Missfallen der betroffenen Unternehmen.

Um die Pleite abzuwenden, haben die Getränkehersteller bereits einiges unternommen. So müssen sie mit den gestiegenen Rohstoffpreisen zwar auch die Getränke-Preise anheben, versuchen jedoch an anderen Stellen zu sparen. Strukturen werden überdacht und verschlankt, Prozesse optimiert und Investitionen in weitere Geschäftsfelder getätigt. Doch dies hat wohl nicht geholfen.

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So ergeht es derzeit auch der Brauerei Leikeim im oberfränkischen Altenkunstadt im Landkreis Lichtenfels. Schon seit Jahren muss sie schwindende Absatzzahlen beobachten. Immer weniger Menschen in Deutschland konsumieren Bier und das merken gerade die Brauereien sehr stark. Aufgrund dieser Entwicklung und der zusätzlich gestiegenen Kosten konnte die Brauerei Leikeim ihre Liquidität nicht mehr aufrechterhalten. Deshalb sei ein Antrag auf Insolvenz unumgänglich gewesen, so die Geschäftsführung.

Der Antrag wurde in Eigenverwaltung gestellt. Dies bedeutet, dass die Geschäftsführung im Amt bleibt und mit einem Insolvenzverwalter zusammen einen Plan zur Sanierung der Brauerei ausarbeitet. Ca. 100 Menschen arbeiten derzeit in der 1887 gegründeten Brauerei. Der Betrieb wird erst einmal wie gewohnt fortgesetzt. Derzeit überprüfe man verschiedene Möglichkeiten, heißt es. Zuvor hatte Leikeim bereits einige Maßnahmen umgesetzt, um die Liquidität zu gewährleisten. So hat man ins Exportgeschäft investiert, ebenso wie in alkoholfreie Sorten. Ob die neuen Maßnahmen greifen, wird sich in Zukunft zeigen.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Brauhaus Altenkunstadt Andreas Leikeim GmbH & Co. KG, dpa)