Erste Großstadt verteilt Gemüse kostenlos an die Bürger

Ein Mann in Jeans, blauer Jacke und schwarzer Mütze trägt drei Kisten aus Plastik, in denen sich verschiedenes Gemüse befindet. Hinter ihm steht eine skeptisch schauende Frau. Im Hintergrund ist ein Marktstand zu sehen, an dem an älterer Mann Mais, Kürbis und anderes Gemüse verkauft. Daneben befinden sich ebenfalls zahlreiche Kisten.
Symbolbild © imago/Pacific Press Agency

Derzeit setzt eine besondere Aktion ein klares Zeichen gegen Verschwendung und für den Umweltschutz. Die erste deutsche Großstadt verteilt kostenlos mehrere Tonnen Gemüse an die Bürger, da es sonst im Müll landet.

Deutschlands beliebteste Knolle ist gerade der Star der Schlagzeilen. Eine spezielle Rettungsaktion sorgt dafür, dass Hunderte Bürger Geld sparen und gleichzeitig etwas für die Umwelt tun.

Statt Mülltonne: Kostenloses Gemüse für die Bürger

Ein Agrarbetrieb südlich von Leipzig hat in diesem Jahr eine reiche Ernte eingefahren – sogar so viel, dass er zu wenig Abnehmer dafür hat. Etwa 10.000 Tonnen Kartoffeln hat Osterland geerntet, sortiert und vorschriftsmäßig eingelagert. 60 Prozent der Ware waren bereits an Händler verkauft worden, doch der Rest drohte bis vor Kurzem, in der großen Lagerhalle zu verrotten. Ursprünglich war die Ware bereits bestellt. Aufgrund des Überangebots und des damit verbundenen Preissturzes lohne der Verkauf nicht. Der Betrieb blieb schließlich auf 4.000 Tonnen Kartoffeln sitzen. Einzige Möglichkeit: Die Knollen landen in einer Biogasanlage, die Lebensmittel in Energie umwandelt. Für den Geschäftsführer sei dies jedoch nicht der richtige Weg. Immerhin steigen dann auch die Preise wieder und einwandfreie Lebensmittel würden vernichtet.

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Berlin: Erste Großstadt verteilt kostenlose Lebensmittel

Damit sich die ganze Arbeit für die Bauern letztlich gelohnt hat, haben die Berliner Morgenpost zusammen mit Ecosia eine Rettungsaktion in Gang gesetzt. Es ist nicht das erste Mal, dass Ecosia sich für die Umwelt einsetzt. Die Suchmaschine begründet sich gewissermaßen darauf. Sämtliche Einnahmen, die Ecosia etwa durch Werbung erwirtschaftet, fließen in die Wiederaufforstung der Wälder. Um die Vernichtung der Kartoffeln zu verhindern, haben die Berliner Tageszeitung und Ecosia eine kostenlose Verteilung des Gemüses in Berlin organisiert. Während die Zeitung die Suche nach Abnahmestellen leitet, kümmert sich Ecosia um den Transport.

Schulen, Kindergärten, Vereine, Nachbarschaftsinitiativen, Kirchengemeinden und andere soziale Einrichtungen haben sich als Abnehmer gemeldet. Seit dem 14. Januar haben schon viele Bürger das kostenlose Gemüse an einer der 174 Standorte entgegengenommen. 196 Tonnen Kartoffeln wurden so bereits verteilt. Einer der größten Abnehmer ist die Berliner Tafel. Bereits am ersten Tag sind dort 22 Tonnen angekommen. Die Organisatoren wollen damit vor allem auf die Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen. Von der eingelagerten Menge können sich hunderttausende Menschen ernähren.

(Quellen: Stadt Berlin, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)