
Weihnachtsmärkte gehören für viele Menschen fest zur Adventszeit dazu. Allerdings kritisieren Besucher zunehmend die Konzepte, die sich spürbar verändert haben. Ein erster Weihnachtsmarkt in Deutschland verlangt nun fast 50 Euro Eintritt.
Digitale Bezahlsysteme ersetzen Bargeld, Eintrittsmodelle werden erprobt und das Angebot wirkt mancherorts stärker durchkalkuliert als früher. Bei vielen Gästen wächst das Gefühl, dass der Charakter vieler Märkte nicht mehr dem entspricht, was sie mit Weihnachten verbinden.
Weihnachtsmärkte in der Kritik: Deutsche verweisen auf Tradition
Für viele Deutsche ist der Weihnachtsmarkt mehr als nur ein Ort zum Konsumieren. Er steht für Begegnung, Gemütlichkeit und eine gewisse Unbeschwertheit in der dunklen Jahreszeit. Genau diese Idee sehen Kritiker zunehmend gefährdet, wenn Märkte vor allem als Einnahmequelle wahrgenommen werden. Wenn Preise steigen, Zugangskonzepte komplizierter würden und alles auf möglichst hohe Umsätze ausgelegt sei, gehe ein Teil der weihnachtlichen Stimmung verloren, so der Vorwurf. Besucher berichten, dass sie sich oftmals eher wie Kunden als wie Gäste fühlen. Der ursprüngliche Gedanke, eine erholsame Zeit miteinander zu verbringen, rücke immer mehr in den Hintergrund.
Erster Weihnachtsmarkt in Deutschland verlangt Eintritt
Besonders deutlich zeigt sich die Kritik an den Preisen. Glühwein, Punsch, Bratwurst oder gebrannte Mandeln kosten in diesem Jahr vielerorts deutlich mehr als noch vor wenigen Wintern. In Großstädten sind Getränke für 6 oder 7 Euro keine Seltenheit mehr; einfache Speisen liegen teils deutlich darüber. Familien oder Gruppen müssen schnell tief in die Tasche greifen, wenn sie mehrere Stände besuchen möchten. Veranstalter verweisen indes auf höhere Energiepreise, Personal- und Transportkosten. Für manche wird der Bummel zwischen den Buden damit zunehmend zu einem Luxus, den sie sich seltener oder gar nicht mehr leisten wollen.
Besonders kontrovers diskutiert wird in diesem Zusammenhang ein Weihnachtsmarkt in Berlin. Statt klassischer Einzelpreise setzt der „Weihnachtsmarkt an der Spree“ auf ein Pauschalmodell. Besucher zahlen einen festen Eintritt und können anschließend unbegrenzt essen und trinken. Je nach Wochentag und Uhrzeit variiert der Preis deutlich. Am Wochenende liegt er bei 47,90 Euro. Während einige das Konzept als bequem und kalkulierbar loben, empfinden andere es als Bruch mit der Tradition. Kritiker sagen, ein Weihnachtsmarkt mit All-inclusive-Charakter habe wenig mit der ursprünglichen Idee der Adventszeit zu tun.
(Quellen: Eigene Recherche der ka-insider Redakteure)














