EU-Änderung: Neue Regel betrifft Millionen Bürger

Ein Mitarbeiter der Abfallentsorgung mit zwei Mülltonnen. Bei den Mülltonnen handelt es sich um die schwarze Papiertonne mit blauem Deckel. Der Mitarbeiter schiebt eine Tonne zurück an ihren Platz, während er zur anderen Tonne greift.
Symbolbild © imago/Michael Gstettenbauer

Am 12. August trat eine EU-Änderung in Kraft, die sämtliche Mitgliedsstaaten und damit auch Millionen Bürger direkt betrifft. Die neue Regelung soll nicht nur die Verbraucher, sondern auch die Umwelt besser schützen.

Eine EU-Änderung ist vor einigen Tagen in Kraft getreten und betrifft Millionen Bürger. Dadurch müssen sich die Hersteller EU-weit an neue Grenzwerte halten.

Besonders betroffen: Fast-Food-Verpackungen machen einen Großteil aus

Wir alle kennen die Situation: Wir bestellen uns beim Lieferdienst eine Pizza oder holen uns vom Bäcker schnell ein belegtes Brötchen. Transportiert werden die Lebensmittel in Pizzakartons, Schalen oder aber in der bekannten Brötchentüte. Es lief lange eine Diskussion darüber, wo man diese Verpackungsmaterialien am besten als Verbraucher entsorgt.

Während die einen argumentierten, dass diese in den Restmüll gehörten, weil sie mit Lebensmittelresten kontaminiert und somit zum Recyceln nicht mehr geeignet seien, verweist die andere Seite auf eine andere Sichtweise. Wenn man die Speisereste sorgfältig entferne, könne man solche Materialien in der blauen Tonne entsorgen. Als ein großer Kritikpunkt stellte sich jedoch heraus, dass diese Verpackungsmaterialien eine Schicht beinhalteten, die Fette und sonstige Flüssigkeiten in der Verpackung hielten.

EU-Änderung: Millionen Bürger werden Änderung bald bemerken – „sehr unpraktisch“

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Viele solcher Verpackungsmaterialien enthalten tatsächlich eine dünne Schicht, damit Fett und Flüssigkeiten die Verpackungen nicht durchweichen können. Diese Schicht besteht in den meisten Fällen aus per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (kurz: PFAS). Umgangssprachlich kennt man wohl die Bezeichnung „Ewigkeitschemikalien“. Diese stellen eine enorme Belastung für die Umwelt dar. Da man diese Stoffe nicht abbauen kann, gelangen sie mitunter ins Trinkwasser und richten dort enormen Schaden an, denn Mensch und Tier können sie so aufnehmen. Zu den Schäden an Organismen gibt es bereits zahlreiche Studien.

Mit der EU-Änderung gelten nun niedrigere Werte für alle EU-Mitgliedsstaaten als verbindlich. Das bedeutet konkret, dass die Hersteller der Verpackungen zukünftig darauf achten müssen, dass eine Konzentration von 25 Milliardstel Gramm oder mehr je Einzelsubstanz oder 250 in der Summe aller einzeln gemessenen PFAS-Verbindungen nicht mehr vorkommt. Allerdings gibt es keinen genauen Zeitpunkt. Denn alle vor dem 12. August in den Umlauf gebrachten Materialien dürfen zuerst aufgebraucht werden. Die Bürger werden die Veränderung bemerken, nämlich dann, wenn das Fett oder andere Flüssigkeiten durch die Verpackung durchsickern.

(Quellen: chemie.de, tagesschau, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)