EU-Plan: Viel mehr Lebensmittel aus Gentechnik in Supermärkten

Ein Forscher steht in einem weißen Schutzanzug mit Kopfbedeckung und Atemmaske vor einem abgeschirmten Raum und greift von unten hinein. Er hält gerade mehrere Proben in der Hand und schaut diese an. Daneben befinden sich weitere Proben und ein mit Flüssigkeit gefülltes Glas.
Symbolbild © imago/ZUMA Press Wire

Ein aktueller EU-Plan sieht vor, dass es zukünftig in den Supermärkten viel mehr Lebensmittel aus Gentechnik geben soll. Zahlreiche Parteien protestieren heftig gegen diese Planung und sehen sogar die Verbraucher in Gefahr.

Geht es nach den Plänen der EU, soll es für die Verbraucher hierzulande viel mehr Lebensmittel aus Gentechnik in den Supermärkten und Discountern geben. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen sogar Regelungen gelockert werden.

Lebensmittel aus Gentechnik: EU will Vorteile unterstützen

In den vergangenen Jahren hat die EU so einige Vorstöße gewagt, mit der sich längst nicht alle Verbraucher einverstanden erklären. Ein Hauptziel dabei ist es, zukünftig umweltfreundlichere Nahrungsmittel zu produzieren. Ein Beispiel hierfür ist der steigende Einsatz von Insekten in Lebensmitteln, die weitaus klimaverträglicher zu züchten sind als andere Inhaltsstoffe. Das Beifügen von Insekten unterliegt jedoch strengen Regelungen, unter anderem der Verpflichtung, die Verwendung für die Verbraucher eindeutig zu kennzeichnen.

Doch nun soll es noch einen Schritt weiter gehen. Die vergangenen Monate und Jahre haben gezeigt, dass die Folgen des Klimawandels einen enormen Einfluss auf die Qualität unserer Lebensmittel genommen haben. Ganze Ernten werden vernichtet, entweder durch Unwetter oder Schädlinge. Beiden Einflüssen können wir nur schwer etwas entgegensetzen. Bis jetzt. Die EU will nämlich die Vorteile der Gentechnik nutzen und so einen entscheidenden Durchbruch möglich machen.

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EU-Plan wagt großen Vorstoß – und ruft zahlreiche Kritiker auf den Plan

Ein zentrales Argument der EU liegt in der modernen Gentechnik. Diese erlaubt es, die DNA von Pflanzen so zu manipulieren, dass unsere Lebensmittel zum Beispiel schneller wachsen, weniger Energie verbrauchen, resistenter gegen Schädlinge usw. sind. Das Hinzufügen von Genmaterial, was als klassische Gentechnik bekannt ist, soll es so jedoch nicht geben. Was sich zunächst positiv anhört, hat allerdings enorme Schattenseiten. So will die EU gleich mehrere strenge Regelungen aufheben. Zum einen soll sich das Patentrecht ändern, sodass für eine solche Genmanipulation an Pflanzen keine Anmeldung mehr notwendig ist. Zum anderen soll die Kennzeichnungspflicht entfallen.

Verbraucherschützer, Unternehmensverbände und Bürger zeigen sich entsetzt. So würde man jegliche wichtige Kontrollen umgehen können. Durch den Wettbewerb werden zudem kleine Unternehmen aus dem Markt gedrängt. Die Bürger könnten nicht mehr selbst entscheiden, ob sie genmanipuliertes Obst und Gemüse essen wollen, denn sie wüssten es gar nicht mehr. Auch der Bio-Sektor fühlt sich hierdurch massiv bedroht. Am 3. Dezember soll ein Trilog zwischen EU-Parlament, Mitgliedstaaten und EU-Kommission stattfinden, wo dieses brisante Thema besprochen wird.

(Quellen: Lebensmittelverband Deutschland, Transgen)