
Trockene Heizungsluft treibt viele zu einfachen Tricks: Der Tipp mit dem Schwamm auf der Heizung verbreitet sich rasant. Doch Experten warnen vor falschen Erwartungen und möglichen Risiken.
Wenn im Winter die Heizung läuft, wird die Luft schnell trocken. Ein einfacher Haushalts-Trick sorgt gerade für Aufsehen – doch Experten sehen ihn kritisch.
Ein Lifehack mit Überraschungseffekt?
Wenn draußen die Temperaturen sinken, laufen drinnen die Heizungen auf Hochtouren. Was viele dann bemerken: Die Luft fühlt sich plötzlich trocken an, die Haut spannt, die Nase kribbelt. Kein Wunder also, dass einfache Tricks Hochkonjunktur haben. Einer davon wirkt fast schon zu banal, um wahr zu sein.
Ein feuchter Schwamm auf dem Heizkörper soll das Raumklima verbessern. Die Idee klingt simpel. Kalte Winterluft enthält wenig Feuchtigkeit, wird hereingelassen und durch die Heizung erwärmt. Dabei sinkt die relative Luftfeuchtigkeit – das Ergebnis: trockene Raumluft. Der Schwamm soll Abhilfe schaffen. Durch die Wärme des Heizkörpers verdunstet das Wasser, gelangt in die Luft und sorgt zumindest gefühlt für mehr Feuchtigkeit. Befürworter schwören darauf: Die Luft wirke angenehmer, Räume fühlten sich schneller warm an. Manche hoffen sogar, dadurch die Heizung etwas herunterdrehen zu können. Schließlich werden rund zwei Drittel des Energieverbrauchs privater Haushalte fürs Heizen genutzt – Einsparungen wären also verlockend.
Experten warnen vor falschen Hoffnungen
Doch Fachleute bremsen die Euphorie. Messbare Belege, dass ein einzelner Schwamm Kosten spart, gibt es nicht. Der Effekt sei minimal, vor allem in größeren oder regelmäßig gelüfteten Räumen. Zudem warnen Experten davor, Heizkörper mit Gegenständen zu belegen oder abzudecken. Das könne die Wärmeabgabe stören und den gegenteiligen Effekt haben. Auch hygienisch ist Vorsicht geboten: Bleibt ein Schwamm dauerhaft feucht und wird nicht regelmäßig gereinigt oder ausgetauscht, können sich Keime bilden. Verbraucherschützer raten, Schwämme und Tücher mindestens einmal pro Woche bei sechzig Grad mit Vollwaschmittel zu waschen. Unkontrollierte Feuchtigkeit kann zudem Kondenswasser und im schlimmsten Fall Schimmel begünstigen.
Statt improvisierter Lösungen empfehlen Experten besser kontrollierbare Methoden: spezielle Heizungsverdunster, Zimmerpflanzen oder elektrische Luftbefeuchter. Sie lassen sich gezielt einsetzen und bergen weniger Risiken. Angesichts steigender Energiekosten wird sparsames Heizen ohnehin immer wichtiger. Ab 2027 soll der CO₂-Preis im europäischen Emissionshandel frei am Markt entstehen. Die Preisentwicklung sei laut Experten dann schwer vorherzusagen. Ein deutlicher Anstieg sei möglich – mit spürbaren Folgen für jeden Haushalt. Umso mehr lohnt es sich, Heizungen regelmäßig warten zu lassen und den Verbrauch bewusst zu steuern.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














