Experten warnen vor neuer Inflations-Preiswelle in Deutschland

Auf mehreren Euromünzen liegt ein Holzklotz mit der Aufschrift "Inflation". Es sind unter anderem 2-Euro-Münzen und 50-Cent-Stücke zu sehen. Im Hintergrund sieht man unscharf einige Euroscheine.
Symbolbild © istockphoto/Stadtratte

Die Angst vor einer neuen Inflations-Preiswelle in Deutschland bleibt bestehen ‒ und somit auch die Sorge, dass sich die Lage für Konsumenten nicht entspannt. Fachleute geben ernüchternde Prognosen für die weitere Entwicklung ab.

Die Hoffnung auf wirtschaftlichen Aufschwung und eine sinkende Inflationsrate war groß. Bei vielen Konsumenten und Experten herrscht jedoch bittere Ernüchterung. Deutschland bleibt trotz einiger positiver Trends ein Sorgenkind.

Sorge um neue Inflations-Preiswelle in Deutschland

Ob beim Einkaufen an der Supermarktkasse oder beim Betanken des Autos: An den Anblick der hohen Rechnungen hat sich wohl so manch ein Verbraucher noch immer nicht gewöhnt. Auch die Angst vor einem dauerhaften Verlust des Wohlstands wächst in der Bevölkerung. Eine aktuelle Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) unter tausenden von Bürgern belegt die Sorgen. Konsumenten rechnen in den kommenden Monaten mit einer anhaltenden Teuerung bei vier Prozent.

Aktuelle Wirtschaftsdaten deuten zudem darauf hin, dass die Inflation im Euroraum zuletzt wieder etwas angezogen hat und über dem Zielwert der EZB liegt. Neben Energiepreisen tragen inzwischen auch Dienstleistungen und Lohnentwicklungen zur Preisdynamik bei. Volkswirte gehen daher davon aus, dass die Notenbank ihre Geldpolitik weiter aufmerksam anpassen wird.

Lesen Sie auch
Ungeziefer: Mehl sollte niemals in der normalen Packung bleiben

Schwaches Wachstum: Fachleute sind weiterhin alarmiert

Die EZB versucht, den Preisdruck mit einer strafferen Geldpolitik zu begrenzen. Höhere Leitzinsen treiben die Kreditpreise in die Höhe und sorgen so für eine abnehmende Nachfrage. Gleichzeitig wächst jedoch das Risiko für die Konjunktur: Wenn Unternehmen und private Haushalte Investitionen aufschieben, könnte sich das Wachstum weiter abschwächen. In diesem Zusammenhang wird auch immer wieder vor einer möglichen „Stagflation“ gewarnt – also einer Phase schwachen Wachstums bei gleichzeitig erhöhter Inflation.

Für Verbraucher bedeuten die Prognosen, dass sie insgesamt weiterhin mit höheren Preisen im Alltag rechnen müssen. Das gilt sowohl für Energie als auch für Lebensmittel und Dienstleistungen. Zudem kommen weitere Unsicherheiten dazu: Umfragen belegen, dass zuletzt die Sorge vor einem Verlust des Arbeitsplatzes in Deutschland angestiegen ist. Wann sich die Lage entspannt, bleibt vorerst wohl unklar.

(Quellen: Handelsblatt, EZB, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)