
Nach fast 400 Jahren Geschichte und einer tiefen Verwurzelung in der Region ist nun der nächste deutsche Getränkehersteller insolvent. Einmal mehr muss ein traditionsreiches Unternehmen diesen schwierigen Weg gehen.
Der nächste deutsche Getränkehersteller ist nach knapp 400 Jahren insolvent. Er hat mit denselben Problemen zu kämpfen wie andere große und kleine Betriebe in dieser Branche.
Insolvenzzahlen steigen, Probleme bleiben: „Es muss sich endlich etwas tun“
Die Pleitewelle rollt weiter erbarmungslos über Deutschland hinweg und hat nun ein weiteres traditionsreiches Unternehmen erwischt, dass die Probleme allein einfach nicht mehr lösen kann. Aufgrund vieler gestiegener Kosten hat der Betrieb die ersten Sparmaßnahmen bereits selbst eingeleitet und erst vor Kurzem 30 Arbeitsstellen abgebaut. Doch dies hat nicht so viel bewirkt, wie man sich zunächst wohl erhofft hat. Und so blieb der Geschäftsführung nichts anderes übrig, als den Insolvenzantrag beim zuständigen Amtsgericht zu stellen.
400 Jahre Geschichte: Getränkehersteller ist insolvent – so soll es weitergehen
Die Ursprünge der Braunschweiger Traditionsbrauerei Wolters gehen auf das Jahr 1627 zurück. Die Brauerei steht nicht nur für Qualität, sondern ist mit der Region auch besonders stark verbunden. Umso härter trifft viele die Nachricht, dass das Unternehmen nun in eine finanzielle Schieflage geraten ist. Die Gründe sind dieselben wie in der kompletten Branche: Allein letztes Jahr ist der Bierkonsum der Deutschen um rund sechs Prozent zurückgegangen. Den sinkenden Umsatzzahlen stehen jedoch hohe Kosten für Rohstoffe wie Hopfen und Braumalz sowie Etiketten und Flaschen gegenüber.
Die Insolvenz erfolgt in Eigenverwaltung. Dies bedeutet, dass die Geschäftsführung im Amt bleibt und von einem Insolvenzexperten Unterstützung bekommt. Trotz der umfassenden Krise in der Brauereizunft gibt man sich jedoch vorsichtig optimistisch. Zum einen sei die regionale Verbundenheit nicht zu unterschätzen. Zum anderen will man das Insolvenzverfahren nutzen, um die Brauerei neu zu strukturieren und an die heutigen Marktgegebenheiten anpassen. Dazu zählen beispielsweise die Fokussierung auf die Region und die Erweiterung des Sortiments um alkoholfreie Produkte. Bislang läuft jedoch erst einmal alles wie bisher. Der Betrieb geht wie gewohnt weiter und die Mitarbeiter erhalten für drei Monate ihre Löhne und Gehälter aus dem Insolvenzgeld.
(Quellen: Braunschweiger Zeitung, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














